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Diplomarbeit - Detailansicht

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Bibliografische Informationen
 Der Gebrauch von Komplementärmedizin bei Patient*innen mit maligner Grunderkrankung: Eine monozentrische Querschnittsstudie in Österreich.  
 Hintergrund: Der Gebrauch von Komplementärmedizin bei Patient*innen mit maligner Grunderkrankung ist mit einer Prävalenz von 14,8% bis 73,1% weit verbreitet. Die Beweggründe der Patient*innen sind unterschiedlich und reichen von Symptombekämpfung über Verbesserung der Lebensqualität bis hin zu spirituellen Aspekten. Neben positiven Effekten sind jedoch auch Risiken mit dem Gebrauch verbunden. Eventuell treten Nebenwirkungen und Interaktionen mit der konventionellen Therapie auf. Der Informationsgewinn der Patient*innen erfolgt nicht immer durch Expert*innen oder behandelnden Ärzt*innen, was zu einer mangelhaften Arzt-Patienten-Kommunikation über potenzielle Risiken führt. Über das Nutzungsverhalten der Patient*innen mit onkologischer Erkrankung in Österreich existieren bisher wenig Daten.
Methoden: In der vorliegenden Arbeit handelt sich um eine monozentrische Querschnittsstudie bei Krebspatient*innen, die sich in tumorspezifischer oder palliativer Behandlung befanden. Mittels Fragebogen wurden die Teilnehmer*innen zu Häufigkeit, Art und Grund für den Gebrauch von Komplementärmedizin befragt.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 171 Patient*innen befragt. Davon nutzten 63,7% Komplementärmedizin. Die fünf häufigsten verwendeten komplementärmedizinischen Behandlungsmethoden waren die Einnahme von Vitamin- und Mineralien-präparaten, Ernährungsumstellung, die Einnahme von Kräuterpräparaten, Homöopathie und medizinische Tees. Die häufigsten Informationsquellen bezüglich Komplementärmedizin waren Freunde und Familie. Von den 109 Komplementärmedizin-Nutzer*innen wurde der*die behandelnde Onkolog*in in 42,2% der Fälle über die Verwendung komplementärmedizinischer Therapien informiert.
Schlussfolgerung: Der Gebrauch von komplementärmedizinischen Maßnahmen bei Menschen mit maligner Grunderkrankung an der Klinischen Abteilung für Onkologie und an der Universitären Palliativmedizinischen Einrichtung der Medizinischen Universität Graz ist hoch. Die Kommunikation mit dem*der behandelnden Onkolog*in über die verwendeten Maßnahmen ist hingegen ausbaufähig. Eine Verbesserung der Kommunikation könnte helfen, die individuelle Behandlung der Patient*innen zu optimieren und etwaige Risiken und Nebenwirkungen, verbunden mit dem Gebrauch von Komplementärmedizin, so gut es geht vorzubeugen.  
   
 
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Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Pansi, Anna-Maria
Betreuende Einrichtung / Studium
  Universitätsklinik für Innere Medizin
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Pichler, Martin; Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ.
  Huemer, Matthias; Dr.med.univ.