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Bibliografische Informationen
 Nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Schlafförderung bei Intensivpatientinnen und -patienten – ein Literaturreview  
 Hintergrund: Schlaf stellt einen zentralen Bestandteil des menschlichen Lebens dar. Ist das Schlafverhalten der Menschen beeinträchtigt, können multiple Komplikationen auftreten. Schlafstörungen können häufig auf Intensivstationen beobachtet werden. Intensivpatientinnen und Intensivpatienten erfahren vor allem durch ihre instabile Ausgangssituation und ihr neues, lärmerzeugendes Umfeld häufig einen Mangel an Schlafdauer und Schlafqualität. Deshalb ist es wichtig aufzuzeigen, welche nicht-medikamentösen Maßnahmen, als Ergänzung zu einer pharmakologischen Therapie, zur Verfügung stehen und wie effektiv diese sind.
Ziel: Das Ziel dieser Arbeit ist es aufzuzeigen, welche nicht-medikamentösen Maßnahmen zur Schlafförderung von Intensivpatientinnen und Intensivpatienten zur Verfügung stehen und wie effektiv diese sind. Ein weiteres Ziel ist es herauszufinden, ob nicht-medikamentöse Maßnahmen eine Alternative zu einer pharmakologischen Therapie darstellen.
Methode: Um die Forschungsfrage beantworten zu können, wurde ein Literaturreview vollzogen. Die systematische Literaturrecherche fand von Anfang Oktober bis Anfang Dezember 2019 statt. Hierfür wurden drei Datenbanken verwendet: Public Medicine (PubMed), Cumulative Index to Nursing and Allied Health Literature (CINAHL) und ISI Web of Knowledge. Es wurden englische Keywords definiert und mit diesen wurde nach passender Literatur gesucht.
Ergebnisse: Aus den 14 inkludierten Studien geht hervor, dass vor allem die Aromatherapie mit Lavendel- und Rosenöl, die Akupressur, die Musiktherapie, die Aromatherapie-Massage, die Verwendung von Ohrenstöpsel und Augenmasken als auch bestimmte Entspannungstechniken einen positiven Effekt auf die Schlafqualität und -quantität haben. Weiters konnten durch nicht-medikamentöse Maßnahmen entspannende, angst- und stressreduzierende Wirkungen sowie eine positive Wirkung auf die Vitalparameter nachgewiesen werden. Ebenfalls konnte aufgezeigt werden, dass eine maschinelle Beatmung per se keinen Einfluss auf die Schlafqualität der Intensivpatientinnen und Intensivpatienten hat. Konträr dazu konnten bestimmte Beatmungsmodi sogar als schlaffördernd bewertet werden.
Schlussfolgerung: Schlafstörungen sind auf Intensivstationen ein populäres Leidensbild. Besonders effektive nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Schlafförderung von Intensivpatientinnen und Intensivpatienten sind die Aromatherapie, die Akupressur, die Musiktherapie, bestimmte Entspannungstechniken sowie die Verwendung von Augenmasken und Ohrenstöpsel. Aufgrund der hohen Prävalenz von Schlafstörungen auf Intensivstationen sollte zukünftig mehr Forschung in Bezug auf komplementäre Maßnahmen zur Schlafförderung bei Intensivpatientinnen und Intensivpatienten angestrebt werden. Für eine weitere Forschung wäre es wichtig, auch eher unbekanntere, nicht-medikamentöse Maßnahmen, wie beispielsweise Therapeutic Touch, ins Auge zu fassen. Außerdem wird aufgrund der geringen Studienanzahl empfohlen, mehr Forschung im deutschsprachigen und amerikanischen Raum durchzuführen, um etwaige kulturelle Unterschiede aufzeigen zu können. Die Pflegepraxis sollte offen gegenüber nicht-medikamentösen Maßnahmen sein. Von Vorteil wäre es, das Pflegepersonal hinsichtlich unterschiedlicher nicht-medikamentöser Maßnahmen zu schulen und auch adäquate technische, personelle und auch organisatorische Ressourcen zu schaffen.
 
 Nicht-medikamentöse Maßnahmen; Schlaf; Intensivstationen  
 
 2020  
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Autoren / Co-Autoren
  Pfeifer, Selina
Betreuende Einrichtung / Studium
  Institut für Pflegewissenschaft
 UO 033 301 Bachelorstudium; Pflegewissenschaft  
Betreuung / Beurteilung
  Schoberer, Daniela; Sen.Lecturer Dr.rer.cur. BSc MSc