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Bibliografische Informationen
 Die Wirkung von Aromapflege bei an Demenz erkrankten Personen – Ein Literaturreview  
 Hintergrund: Der Anteil der älteren Bevölkerung wächst und damit verbundene alterstypische Krankheiten, wie die Demenz, nehmen zu. Aufgrund von funktionellen Störungen im Gehirn treten bei der Demenz herausfordernde Verhaltensweisen wie die Agitiertheit vermehrt auf. Diese stellen im Alltag eine große Belastung für die Betroffenen selbst, aber auch für deren Angehörige und das Pflegepersonal dar. Immer öfter werden neben der medikamentösen Therapie auch komplementäre Pflegeinterventionen, wie beispielsweise die Aromapflege, eingesetzt, um diese Verhaltensweisen in Verbindung mit Demenz zu reduzieren und die Erhaltung eines hohen Maßes an Lebensqualität zu unterstützen.
Ziel: Das Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, die Wirkung von Aromapflege bei dementen Patientinnen und Patienten im Krankenhaus sowie Bewohnerinnen und Bewohnern im Pflegeheim aufzuzeigen.
Methode: Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde ein Literaturreview durchgeführt. Die Literaturrecherche erfolgte in den Datenbanken CINAHL (Cumulative Index to Nursing and Allied Health Literature) und PubMed (Public Medical Literature Online) und in der Suchmaschine Google Scholar im Zeitraum von Oktober und November 2019. Potentiell relevante Studien wurden auf Basis des Bewertungsinstrumentes von Hong et al. (2008) auf ihre Qualität überprüft. Insgesamt wurden neun Studien in diese Arbeit inkludiert.
Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen, dass durch die Anwendung von Lavendel- und Melissenöl bei demenzkranken Personen in den Bereichen Neuropsychiatrische Symptome (Agitation, Aggression), Kognitive Funktionen und Lebensqualität signifikant positive Effekte erzielt werden konnten. In Bezug auf die Wirkung dieser ätherischen Öle auf die Agitation sind die Ergebnisse jedoch widersprüchlich. Zudem konnte keine signifikante Veränderung hinsichtlich der Belastung des Pflegepersonals nach der Anwendung von Aromapflege bei Personen mit Demenz festgestellt werden.
Schlussfolgerungen: Die Aromapflege ist eine komplementäre und nebenwirkungsarme Pflegemaßnahme und kann in unterschiedlichen Bereichen und Arten angewendet werden. Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen, dass durch den Einsatz von Aromapflege bei Demenz eine Verbesserung der herausfordernden Verhaltensweisen in Zusammenhang mit Demenz erzielt werden kann. Die Aromapflege stellt somit eine Alternative beziehungsweise ergänzende Intervention zur medikamentösen Therapie von Symptomen der Demenz dar.
Forschungsempfehlungen: Die Ergebnisse dieser Literaturübersicht beziehen sich auf wenige Studien und die Ergebnisse sind teilweise konträr. Aufgrund dieser widersprüchlichen Studienlage ist es nötig, in diesem Bereich vermehrt Forschung zu betreiben. Zudem ist zu empfehlen, häufiger Studien mit Melissenöl und im Setting Krankenhaus durchzuführen. Da in den Studien sehr unterschiedliche Messinstrumente zur Beurteilung der Verhaltensveränderungen herangezogen wurden, sollte ebenso die Verwendung von einheitlichen Beurteilungsinstrumenten angestrebt werden.
Praxisempfehlungen: In der Praxis ist trotz der derzeit unsicheren Studienlage eine individuelle Anwendung von Aromapflege als eine komplementäre Pflegemaßnahme bei Personen mit einer Demenzerkrankung zu empfehlen.  
 Aromapflege; Demenz  
 
 2020  
   Volltext downloaden
Autoren / Co-Autoren
  Neger-Loibner, Elisabeth
Betreuende Einrichtung / Studium
  Institut für Pflegewissenschaft
 UO 033 301 Bachelorstudium; Pflegewissenschaft  
Betreuung / Beurteilung
  Schoberer, Daniela; Sen.Lecturer Dr.rer.cur. BSc MSc