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Diplomarbeit - Detailansicht

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Bibliografische Informationen
 Wahrnehmung des Themas Medizin und Nationalsozialismus bei österreichischen Medizinstudierenden in Abhängigkeit von Geschlecht, Studienort und sozialem Hintergrund  
 In der heutigen Zeit, in der Wissenschaft und Humanmedizin in rasanter Geschwindigkeit immer neue Erkenntnisse und Möglichkeiten liefern, scheint es besonders wichtig, in jungen MedizinerInnen einen Samen für ein gewisses Verständnis von medizinischer und ärztlicher Ethik zu pflanzen. Dabei ist es unumgänglich, als Arzt bzw. Ärztin auch über die dunklen Kapitel der Medizingeschichte, allen voran die NS-Medizin, Bescheid zu wissen.



Mit der vorliegenden Diplomarbeit soll ein Beitrag zum Erinnern, zum Nicht-Vergessen geleistet werden. Der theoretische Teil der Arbeit gibt exemplarisch einen Überblick über Medizin-Verbrechen während der Zeit des Nationalsozialismus. Anhand einzelner ausgewählter Beispiele wird den Lesern und Leserinnen ein kurzer Einblick in den Umfang und die Unmenschlichkeit der Geschehnisse ermöglicht.



Der empirische Teil beschreibt eine im Zuge der Diplomarbeit in Österreich durchgeführte Studie zum Thema Medizin und Nationalsozialismus. An den öffentlichen medizinischen Universitäten in Wien, Graz und Innsbruck wurden insgesamt 340 Studierende zu diesem Thema befragt. Ziel der Studie war es, primär zu erfragen, ob die Studierenden während ihrer medizinischen Ausbildung mit Themen der nationalsozialistischen Medizinverbrechen konfrontiert wurden und ob sie diese Konfrontation als wichtig erachten. Ein weiterer Schwerpunkt der Befragung wurde auf bereits vorhandenes Wissen zum Thema gelegt.

Die Resultate der Studie sprechen für sich. Wie angenommen, ist der Wissensstand der Studierenden zu Themen der NS-Medizin an allen drei Universitäten gering. Beispielsweise wusste nur knapp ein Drittel der Studierenden, was sich hinter dem Decknamen „Aktion T4“ verbirgt. Rund 65 % der Befragten erachten es jedoch für wichtig, während des Studiums umfassend über Medizin und Nationalsozialismus informiert zu werden, unter anderem weil es ihnen für ihre spätere Berufsausübung als bedeutend erscheint.



Die Ergebnisse sollen den Universitäten vorgelegt werden und als Basis für eine produktive Diskussion über die Aufnahme von Vorlesungs- oder Seminarstunden zum Thema NS-Medizin in die offiziellen Lehrpläne der Universitäten dienen.

 
 Medizin;Nationalsozialismus;NS-Medizin;Euthanasie  
 93
 2013  
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Autoren / Co-Autoren
  Nowak, Stefan
Betreuende Einrichtung / Studium
  Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
 O 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Freidl, Wolfgang; Univ.-Prof. Dr.phil.
  Rasky, Eva; Ao.Univ.-Prof. Dr.med.univ.