| Hintergrund/Zielsetzung: Adipositas stellt eine große gesundheitliche Herausforderung der modernen Gesellschaft dar und ist mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2 und Mortalität verbunden. Aufgrund der multifaktoriellen Genese erfordert die Behandlung der Adipositas auch einen multimodalen Ansatz. Ziel dieser Arbeit war es, aktuelle evidenzbasierte Therapieoptionen zur Behandlung der Adipositas strukturiert darzustellen und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit zu vergleichen.
Methodik: Es wurde ein narrativer Literaturreview durchgeführt. Hierzu wurden systematische Übersichtsarbeiten, Metaanalysen und randomisierte kontrollierte Studien zu Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie und ebenso zu medikamentösen und chirurgischen Ansätzen analysiert. Der Fokus lag auf der Wirksamkeit hinsichtlich Gewichtsreduktion sowie weiteren relevanten anthropometrischen und metabolischen Endpunkten.
Ergebnisse: Ernährungstherapeutische Ansätze, wie kohlenhydratreduzierte, fettarme, mediterrane oder intermittierende Kalorienrestriktionsregime zeigten vergleichbare langfristige Effekte auf den Gewichtsverlust. Bewegungstherapie allein führte zur moderaten Gewichtsreduktion, zeigte jedoch deutliche Vorteile hinsichtlich Körperzusammensetzung und kardiometabolischer Gesundheit, insbesondere bei Kombination von Ausdauer- und Krafttraining. Verhaltenstherapeutische Interventionen verstärkten den Effekt von Ernährungs- und Bewegungstherapie und verbesserten die langfristige Gewichtsstabilisierung. Medikamentöse Therapien, insbesondere (duale) inkretinbasierte Pharmaka, erzielten signifikant größere Gewichtsverluste als klassische ältere Wirkstoffe. Bariatrische Verfahren, wie die Schlauchmagenresektion und der Magenbypass wiesen die höchste Effektivität hinsichtlich nachhaltiger Gewichtsreduktion und Verbesserung Adipositas-assoziierter Komorbiditäten auf.
Schlussfolgerung: Die Behandlung der Adipositas sollte individuell, evidenzbasiert und multimodal erfolgen. Lebensstilinterventionen bilden in jedem Fall die Basis der Therapie, während medikamentöse und chirurgische Verfahren bei ausgewählten Patient*innen einen wesentlichen Zusatznutzen bieten können. Die langfristige Wirksamkeit aller Therapieformen hängt maßgeblich von Adhärenz, Betreuung und individueller Anpassung ab.
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