Loading
Medizinische Universität Graz    

Meine Abschlussarbeiten - Publikationen

Diplomarbeit - Detailansicht

Wichtigste Meldungen anzeigenMeldungsfenster schließen
Bibliografische Informationen
 Auffinden des Nervus massetericus in der chirurgischen Fazialisreanimation mit Hilfe von anatomischen Landmarken und Topographie  
 Einleitung: Die Verwendung des Nervus massetericus (Mn) erfreut sich in der Fazialisrekonstruktion aufgrund seiner Lage, hohen Axonzahl, geringen Hebemorbidität und vielversprechender postoperativer Ergebnisse immer größerer Beliebtheit. Obwohl bereits einige Zugänge zur intramuskulären Auffindung des Mn beschrieben wurden ist es weiterhin schwierig für weniger erfahrene Chirurgen den Mn intraoperativ aufzufinden. Ein besseres Verständnis über das Verhältnis des Nervs zu intraoperativ in der Nähe liegenden anatomischen Landmarken ist daher von Bedeutung. Dafür wurde die intramuskuläre Lage der Arteria masseterica (Ma) zum Mn sowie die Beziehung des Mn zu 2 anatomischen Hilfslinien untersucht.

Methoden: Es wurden 72 Kopfhälften von 36 Körperspenderinnen im Alter zwischen 54 und 99 Jahren untersucht, die nach der Thiel-Methode einbalsamiert worden waren. Sechzig der 72 Gesichtshälften wurden zusätzlich mit Latex injiziert, um die intramuskuläre Beziehung der Ma zur Mn zu beschreiben. Die Messungen wurden in Bezug auf eine Linie vom Unterkieferwinkel zum lateralen Augenwinkel (ACL) und von der Gelenkeminenz zur Basis des Schläfenfortsatzes des Jochbeins (AEL) vorgenommen.

Ergebnisse: Der Mn kreuzt die ACL in einem durchschnittlichen Abstand von 39,9 ± 5,9 mm vom Unterkieferwinkel mit bis zu vier Ästen. Der erste intramuskuläre Ast des Mn entsprang durchschnittlich 15,6 ± 4,7 mm oberhalb der ACL. Der Mn lag durchschnittlich 4,9 ± 1,9 mm anterior der Eminentia articularis und 4,7 ± 1,5 mm inferior der EAL. Je nach Endpunkt im Musculus masseter (Mm) wurden vier Typen der Ma identifiziert. In 5 % der Fälle konnte keine Ma identifiziert werden (Typ 0), während sie in 48,3 % im oberen Drittel (Typ 1), in 41,7 % im mittleren Drittel (Typ 2) und in 5 % im unteren Drittel (Typ 3) endete.

Zusammenfassung: Die nahe Lagebeziehung der Ma zum Mn kann für die indirekte Auffindung des Nervs mittels Ultraschalls oder die intramuskuläre Orientierung genutzt werden. Der Mn kann sowohl über ein 63 mm² großes Areal unter der AEL am Muskeleintritt als auch weiter distal intramuskulär auf der ACL aufgefunden werden. Das Aufsuchen des Mn über die ACL ermöglicht die Schonung des ersten intramuskulären Astes sowie des Ramus temporalis des Nervus facialis. Bei Fazialisparese-Patienten mit erhaltener Funktion des Augenschlusses und Wunsch zur Rekonstruktion des Lächelns kann der Zugang über die ACL als Alternative zu herkömmlichen Präparationsmethoden gewählt werden.

 
   
 
 –  
 Kieferchirurgie
 Plastische und Wiederherstellungschirurgie
 Topographische Anatomie
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Rössler, Stefan; Dr.med.univ.
Betreuende Einrichtung / Studium
  Lehrstuhl für makroskopische und klinische Anatomie
 UO 203 Zahnmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Antipova, Veronica Alexandra; Sen.Lecturer Priv.-Doz. Dr.med.dent.
  Zemann, Wolfgang; Univ.-Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ. Dr.med.dent.