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Diplomarbeit - Detailansicht

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Bibliografische Informationen
 Bildgebung der venösen Thromboembolien: derzeitige Rolle und zukünftige Perspektiven  
 Pulmonalarterienembolie (PAE) ist die häufigste vermeidbare Todesursache im Krankenhaus. Sie tritt meist als Komplikation einer tiefen Venenthrombose (TVT) auf. Die Anzahl diagnostizierter Lungenembolien nimmt zu, was vermutlich auf eine gesteigerte Zahl an Screenings zurückzuführen ist. Die Computertomographie der Pulmonalarterien (CTPA) gilt in den meisten Fällen als Goldstandard der Diagnostik bei Verdacht auf PAE. Die Anwendung von CTPA ist in den letzten Jahren stark gestiegen (um bis zu 450 % zwischen 2004 und 2016), wobei jedoch nur etwa 5 % der durchgeführten CTPAs tatsächlich positiv auf PAE sind. Dies stellt eine erhebliche ökonomische, Strahlungs- und Arbeitsbelastung dar, wobei die signifikante Verringerung der Mortalitätsrate durch diese Diagnostik fraglich bleibt. Diese Literaturrecherche fokussiert sich auf die Analyse aktueller Leitlinien zur bildgebenden Diagnostik der Lungenembolie sowie auf die zukünftigen Perspektiven der PAE-Diagnostik. Die aktuellen Leitlinien sind sich weitgehend einig, dass in den meisten Fällen eine CTPA, und situativ eine Ventilations-/Perfusionsszintigraphie (V/Q-Scan), als erste bildgebende Untersuchung durchgeführt werden sollte. Ebenfalls stimmen alle Leitlinien überein, dass eine Einschätzung der klinischen Vortestwahrscheinlichkeit sowie bei nicht höherer Wahrscheinlichkeit ein D-Dimer-Test vor der Bildgebung erfolgen sollte. Zur Vermeidung unnötiger Bildgebung sollte zusätzlich der PERC-Score (Pulmonary Embolism Rule-out Criteria) herangezogen werden. Die zukünftigen Entwicklungen in der Diagnostik der PE betreffen vor allem den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI), Photon counting CT (PCCT) sowie Dual energy CT (DECT). KI zeigt vielversprechende Ergebnisse als Zweitleser bei CTPAs, mit einem relativ hohen negativen prädiktiven Wert. Zudem kann KI CTPA-Untersuchungen priorisieren und als dringlich kennzeichnen, um rascher von RadiologInnen befundet zu werden. Ob dies in der klinischen Praxis tatsächlich Vorteile bringt, muss jedoch noch weiter evaluiert werden. DECT und PCCT ermöglichen qualitativ hochwertigere Bilder und eine differenziertere Darstellung thromboembolischer Strukturen, wobei PCCT als vielversprechendere und neuere Technologie gilt. Für die TVT-Bildgebung bestehen zukünftige Perspektiven insbesondere in KI, molekularer Bildgebung und der MRDTI (Magnetresonanz-Direktthrombusbildgebung). KI wird derzeit dahingehend getestet, ob sie medizinisches Personal ohne Sonografie-Erfahrung bei der Durchführung einer Kompressionssonografie unterstützen kann, um diagnostische Bilder zu erstellen, die anschließend von ÄrztInnen beurteilt werden können. Die molekulare Bildgebung, die bei onkologischen PatientInnen routinemäßig durchgeführt wird, könnte dabei auch Hinweise auf TVT, die ausgewertet werden können, geben. MRDTI erlaubt eine genauere Diagnostik von Rezidivthrombosen im Vergleich zur Kompressionssonografie (CUS) und liefert zusätzliche Informationen zur Therapieentscheidung in unklaren Fällen.  
 Pulmonalarterienembolie, VTE, CTPA, V/Q scan, PCCT, DECT, KI  
 
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 Angiologie
 Radiologie
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Stojanovic, Danko
Betreuende Einrichtung / Studium
  Universitätsklinik für Radiologie
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Schmid, Johannes; Univ. FA Priv.-Doz. Dr.med.univ. Dr.scient.med.
  Puseljic, Marijan; Univ. FA Dr.