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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
Fäkale Mikrobiotatransplantation bei Reizdarmsyndrom
Kurzfassung
Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist eine der häufigsten Störungen der Darm-Hirn-Interaktionen weltweit und ist durch wiederkehrende abdominelle Schmerzen, Stuhlveränderungen und einer damit einhergehenden Einschränkung der Lebensqualität charakterisiert. Störungen der intestinalen Mikrobiota (IM) spielen in der Pathophysiologie des RDS eine zentrale Rolle, weshalb Mikrobiom-assoziierte Therapien immer mehr in den Fokus der Forschung rücken. Zu diesen Therapien zählt unter anderem die Fäkale Mikrobiotatransplantation (FMT), welche bereits Teil der Leitlinien zur Behandlung von Clostridioides-difficile-Infektionen (CDI) ist. In Bezug auf das RDS ist der Einsatz der FMT jedoch noch Gegenstand intensiver Forschung.
Das Ziel dieser Arbeit ist es, mithilfe von Literaturrecherche auf den Plattformen PubMed und Google Scholar, einen Überblick über das RDS sowie die FMT zu erhalten und anschließend zu erörtern, wie und ob die FMT beim RDS wirkt und welche Faktoren Einfluss auf die Wirksamkeit nehmen können.
Die derzeitige Studienlage zur FMT bei RDS weist heterogene Ergebnisse auf. El-Salhy et. al veröffentlichten in den letzten Jahren einige Arbeiten zu diesem Thema und konnten vor allem bei höheren Transplantat-Dosen und durch eine Applikation der aufbereiteten Stuhlspende in das Duodenum signifikante Verbesserungen der Symptomatik und positive Veränderungen im mikrobiellen Profil nachweisen. Ihre Arbeiten inkludierten auch Langzeit-Flow-Up-Studien, bei welchen diese positiven Effekte über Jahre anhielten.
Im Gegensatz dazu konnten andere Autoren, wie Halkjær et al. und Lahtinen et al., keine signifikante Verbesserung der Symptomatik durch eine FMT nachweisen, obwohl es auch bei diesen Studien zu Veränderungen der IM kam. Aufgrund dieser Diskrepanz stellt sich die Frage, welche Umstände Einfluss auf die Wirksamkeit einer FMT bei RDS nehmen können.
Faktoren, die im Verdacht stehen, das Outcome positiv zu beeinflussen, sind das weibliche Geschlecht, eine hohe Ausgangsdiversität der IM sowie das Vorkommen der Gattung Alistipes in den IM der Patient*innen. Außerdem scheinen sich die Verwendung eines sogenannten „Super-Donors“, höhere Transplantat-Dosen, die Endoskopie als Applikationsroute, vor allem in den oberen Gastrointestinaltrakt, das sofortige Einfrieren der Stuhlspende und deren manuelle Aufbereitung kurz vor der Behandlung günstig auf die Ansprechrate auszuwirken. Zudem werden auch vorbereitenden Darmspülungen und der Low-FODMAP-Diät positive Effekt auf die Wirksamkeit einer FMT bei RDS zugeschrieben.
Die derzeitigen Daten weisen darauf hin, dass eine FMT bei RDS-Patient*innen zu einer Symptomverbesserung sowie zu einer Änderung der IM führen kann. Es liegen jedoch in den bisherigen Arbeiten deutliche methodische Unterschiede vor, die die Vergleichbarkeit sowie das Ziehen allgemeingültiger Schlüsse erschweren. Um die Effektivität der FMT bei RDS weiter evaluieren zu können, benötigt es größer angelegte Studien, mit standardisierten Protokollen zum Ablauf sowie zur Patient*innen- und Donor*innenauswahl.
Schlagwörter
Fäkale Mikrobiotatransplantation; Reizdarmsyndrom;
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Maier, Maria
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Innere Medizin
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Fürst, Stefan; Dr.med.univ.
Mitbetreuer*in (intern)
Constantini-Kump, Patrizia; Univ. FÄ Priv.-Doz. Dr.med.univ.
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