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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
Immunologische Auswirkungen eines Energiedefizits bei Anorexia nervosa und Athlet*innen – Ein Scoping Review.
Kurzfassung
Hintergrund: Ein Energiedefizit kann über neuroendokrine und metabolische Anpassungen die Immunfunktion modulieren. Klinisch relevant ist dies bei Patient*innen mit Anorexia nervosa (AN) sowie Athlet*innen mit niedriger Energieverfügbarkeit im Rahmen des Relativen Energiedefizits im Sport (REDs).
Ziel: Systematische Kartierung der Humanliteratur zu immunologischen Veränderungen unter Energiedefizit, Identifikation potenzieller Biomarker für Diagnostik und Monitoring und Erfassung der Evidenz zu Autophagie-Parametern.
Material und Methoden: Scoping Review nach PRISMA-ScR. Systematische Recherche in PubMed/Medline (Zeitraum: 2015–2025; Deutsch/Englisch). Die Studien wurden anhand vordefinierter Ein- und Ausschlusskriterien selektiert mit anschließender narrativer Synthese.
Ergebnisse: Die systematische Kartierung der 29 eingeschlossenen Studien verdeutlicht eine heterogene Evidenz. Das identifizierte Parameterspektrum umfasst proinflammatorische Zytokine (v. a. IL-6, TNF-α), das sekretorische Speichel-IgA sowie signifikante Verschiebungen in den Leukozyten- und Lymphozytensubsets. Als konsistente immunmetabolische Biomarker fungieren Leptin und Hepcidin. Während Leptin direkt mit der Energieverfügbarkeit korreliert, zeigt sich bei AN eine paradoxe Sequestrierung von Eisen (Erhöhung von Ferritin und Hepcidin) trotz manifester Mangelernährung. Funktionelle Anpassungen im Leistungssport stehen bei einer tiefgreifenden zellulären Depletion bei AN gegenüber. Während Autophagie-Marker im Sportkontext primär in Abhängigkeit von der Belastungsintensität beschrieben werden, besteht in der AN-Literatur eine signifikante klinische Evidenzlücke.
Diskussion und Schlussfolgerung: Die vorliegenden Daten identifizieren die Energieverfügbarkeit als obligaten Modulator der immunologischen Homöostase. Dabei stehen funktionelle Anpassungen im Leistungssport einer tiefgreifenden strukturellen Erschöpfung bei Anorexia nervosa gegenüber, wobei die Adipokin-Leptin-Achse und Hepcidin-vermittelte Eisen-Sequestrierung als zentrale mechanistische Mediatoren hervortreten. Die Vergleichbarkeit der Daten wird aktuell durch uneinheitliche Definitionen von LEA und REDs limitiert. Künftige Studien müssen standardisierte Kriterien implementieren und insbesondere Autophagie-Prozesse bei AN longitudinal untersuchen, um kritische Schwellenwerte einer klinisch immunologischen Dekompensation zu definieren.
Schlagwörter
Niedrige Energieverfügbarkeit (LEA), Relatives Energiedefizit im Sport (REDs), Anorexia nervosa, Athelt*innen, Immunsystem, Immunmetabolismus, Biomarker
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Tatar, Stefan
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Lehrstuhl für Immunologie
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Lackner, Sonja; Sen.Lecturer Priv.-Doz. Mag. Mag. Dr.
Mitbetreuer*in (intern)
Fessler, Johannes; Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr.scient.med. BSc MSc
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