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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
Alters-, geschlechts- und diagnosedauerabhängige Trends entzündlicher Marker bei Patient*innen mit bipolar affektiver Störung
Kurzfassung
Inflammatorische Prozesse werden zunehmen als zentraler Bestandteil der Pathophysiologie
bipolar affektiver Störungen diskutiert, doch ihr Zusammenhang mit Alter, Geschlecht,
Krankheitsverlauf und Symptomschwere ist bislang nur unzureichend untersucht. Zudem ist
der Einfluss hormoneller Faktoren auf die Immunregulation in diesem Kontext weitgehend
unklar. Während altersassoziierte Veränderungen inflammatorischer Prozesse in der
Allgemeinbevölkerung etabliert sind, ist deren spezifische Bedeutung bei Patient*innen mit
bipolar affektiver Störung noch nicht abschließend verstanden.
Im Rahmen der multizentrischen BIPLONG-Studie wurden 336 Patient*innen mit bipolar
affektiver Störung nach DSM-V sowie 296 psychiatrisch unauffällige Kontrollpersonen
umfassend untersucht. Neben klinischen und soziodemografischen Daten wurden
psychiatrische Ratingskalen, kognitive Tests, MRTs, EEGs, anthropometrische Messungen
(z.B.: BMI) sowie Blut- und Stuhlproben erhoben. Analysiert wurden diverse
Laborparameter, wovon in dieser Arbeit die inflammatorischen Marker Interleukin-2,
Interleukin-4, Interleukin-6, Tumornekrosefaktor-α, Tumornekrosefaktor-b, high-sensitive
C-reaktives Protein, a1-Antitrypsin, sowie die Kynurenin/Tryptophan-Ratio fokussiert
wurden. Personen mit chronisch-entzündlichen oder neurodegenerativen Erkrankungen
sowie laufender Hämodialyse oder laufender Interferon-α-Therapie wurden ausgeschlossen.
Die statistischen Analysen umfassten Korrelations- und Regressionsmodelle mit
besonderem Fokus auf Alter, Geschlecht und Diagnosedauer.
Die Ergebnisse zeigten in der Kontrollgruppe eine signifikante altersabhängige Zunahme
inflammatorischer Marker, insbesondere für IL-6 und die Kynurenin/Tryptophan-Ratio. Bei
Patient*innen mit bipolar affektiver Störung waren diese Alterseffekte hingegen
abgeschwächt nachweisbar, hier jedoch am stärksten für hsCRP und die
Kynurenin/Tryptophan-Ratio.
Geschlechtsspezifische Unterschiede zeigten sich insbesondere in der gesunden Kohorte, in
welcher Frauen einen ausgeprägteren altersabhängigen Anstieg mehrerer Biomarker
aufwiesen (IL-2, IL-4, IL-6, Kynurenin/Tryptophan-Ratio), während sich bei Patientinnen
vor allem hsCRP sowie die Kyn/Trp-Ratio altersabhängig erhöhten. Männer zeigten
hingegen insgesamt geringere Alterseffekte, sowohl in der Kontrollgruppe (hier v.a. IL-6,
hsCRP) als auch in der Patientenkohorte (hierfür IL-6, Kyn/Trp-Ratio).
Zusammengenommen stützen unsere Ergebnisse die Inflamm-Aging-Hypothese, vor allem
bei gesunden Personen, und weisen auf diagnose- und geschlechtsspezifische Modulationen
IV
der Entzündungsreaktionen bei bipolar affektiver Störung hin. Diese Ergebnisse
unterstreichen die Relevanz individualisierter Ansätze, die das Geschlecht, das Alter und
den Krankheitsverlauf berücksichtigen, wenn inflammatorische Mechanismen in die
Diagnostik und die Entwicklung therapeutischer Strategien bei Patient*innen mit bipolar
affektiver Störung integriert werden sollen.
Schlagwörter
Bipolar affektive Störungen; Entzündungsparameter; Geschlechtsunterschiede; Altersunterschiede, Diagnoseunterschiede; Marker
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Miedl, Christian Diego
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Queissner, Robert; Univ. FA Dr.med.univ.
Mitbetreuer*in (intern)
Fellendorf, Frederike; Univ. FÄ Priv.-Doz. Dr.med.univ. Dr.scient.med.
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