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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
Einfluss der Applikationsart von Antiinfektiva auf Therapieansprechen und Prognose von Patient*innen mit metastasiertem NSCLC unter Therapie mit Checkpointinhibitoren – eine retrospektive Studie.
Kurzfassung
Hintergrund und Ziele: Immuncheckpoint-Inhibitoren (ICIs) stellen bei Patient*innen in fortgeschrittenen Stadien des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) oftmals die empfohlene Erstlinientherapie dar. Dennoch sprechen nur 20–30 % aller Patient*innen auf eine Immuntherapie an. Ein Grund für das Nichtansprechen könnte eine durch Antibiotikaexposition verursachte Dysbiose des Darmmikrobioms sein. Mehrfach wurde Patient*innen, die zeitgleich zum Start ihrer ICI-Therapie Antibiotika (AB) erhalten hatten, ein kürzeres progressionsfreies Überleben (PFS) und Gesamtüberleben (OS) nachgewiesen. In der folgenden Arbeit soll der Effekt des Applikationswegs von Antibiotika auf die Prognose von Patient*innen mit einem fortgeschrittenen NSCLC unter ICI-Therapie evaluiert werden.
Methoden: Im Zuge einer retrospektiven Datenanalyse wurden 130 Patient*innen der pneumologischen und onkologischen Abteilung des LKH-Universitätsklinikums Graz eingeschlossen. Die Studienpopulation wurde nach Antibiotikaexposition und gewähltem Applikationsweg geteilt und mittels Überlebensanalysen auf signifikante Unterschiede im PFS und OS untersucht. Darüber hinaus wurde der Effekt verschiedener Antibiotikaklassen analysiert.
Ergebnisse: Patient*innen die 90 Tage vor oder nach Initiation einer ICI-Therapie Antibiotika erhalten hatten, zeigten ein signifikant kürzeres medianes PFS (133 vs. 485 Tage; p=0,009) und OS (351 vs. 712 Tage; p=0,008). Auch die unterschiedlichen Applikationswege führten zu signifikanten Unterschieden in PFS und OS. Jene Kohorte die Antibiotika sowohl peroral (p.o.) als auch intravenös (i.v.) exponiert war, hatte die schlechteste Prognose. Im direkten Vergleich von p.o. und i.v. zeigten jene Patient*innen die ausschließlich i.v.-Antibiotika erhalten hatten ein schlechteres PFS (91 vs. 299 Tage; p=0,058) und signifikant schlechteres OS (349 vs. 610 Tage; p=0,030).
Schlussfolgerung: Exposition gegenüber Antibiotika zeitnah zur Initiation einer ICI-Therapie war mit einer signifikanten Reduktion des PFS und OS von Patient*innen mit NSCLC assoziiert. Patient*innen die Antibiotika i.v. erhielten zeigten im Vergleich zur p.o.-Gruppe ein besonders kurzes Überleben. Unsere Ergebnisse unterstreichen die Relevanz eines indikationsgerechten und klinisch differenzierten Einsatz von Antibiotika in der Versorgung von Patient*innen unter ICI-Therapie.
Schlagwörter
Lungenkarzinom; NSCLC; Immuncheckpoint-Inhibitoren; ICI; Antibiotika; Darmmikrobiom;
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Gumpoldsberger, Maximilian
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Innere Medizin
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
John, Nikolaus; Univ. FA Dr.med.univ. Dr.scient.med.
Mitbetreuer*in (intern)
Terbuch, Angelika; Univ. FÄ Priv.-Doz. Dr.med.univ.
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