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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
Auswirkungen einer präklinischen invasiven Blutdruckmessung bei akutem Schlaganfall und Schädel-Hirn-Trauma auf die Hämodynamik
Kurzfassung
Einleitung: Schwerwiegende akute Hirnschädigungen mit Bewusstseinsstörungen können in traumatische und nicht-traumatische Ursachen eingeteilt werden und umfassen mit dem Schädel-Hirn-Trauma (SHT) sowie dem Schlaganfall präklinisch hoch relevante Krankheitsbilder, welche mit einer hohen Mortalität einhergehen. Primäres Ziel der präklinischen Versorgung ist die Vermeidung von Sekundärschäden, wobei hier das hämodynamische Management von zentraler Bedeutung ist, da das Auftreten von Hypotensionen mit einem schlechteren Outcome assoziiert ist. Die invasive Blutdruckmessung (IBP) gilt innerklinisch als Goldstandard zur hämodynamischen Überwachung. Vergleichsstudien mit Daten
bezüglich Hypotension und deren Beeinflussung durch verschiedene Blutdruckmessmethoden bei Patient*innen mit akutem Schlaganfall oder SHT im präklinischen Setting existieren unseres Wissens jedoch keine. Das Ziel dieser
Arbeit war es deshalb zu untersuchen, ob es im Rahmen der präklinischen Versorgung von Patient*innen mit schwerer akuter Hirnschädigung zu weniger Hypotensionen kommt, wenn die hämodynamische Überwachung mittels invasiver
Blutdruckmessung im Vergleich zu nicht-invasiven Blutdruckmessung (NIBP) erfolgt.
Material und Methoden: Für diese Diplomarbeit erfolgte eine retrospektive Analyse von Daten aus Notarzt-Einsatzprotokollen von Patient*innen mit schwerem SHT oder Schlaganfall, die nach präklinisch induzierter Notfallnarkose im Schockraum des LKH Univ.-Klinikum Graz versorgt wurden. Hierzu wurden alle dokumentierten Blutdruckwerte ausgewertet und die Inzidenz und Dauer der
aufgetretenen Hypotensionen (systolischer Blutdruck <90 mmHg) bei den beiden Blutdruckmessmethoden verglichen. Als sekundäre Endpunkte wurden die Inzidenz und Dauer außerhalb vordefinierter systolischer Grenzwerte (100-160 mmHg), der durchschnittliche MAP, die generalisierte durchschnittliche
tatsächliche Variabilität des MAP sowie die Gabe von Vasopressoren untersucht.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 84 Patient*innen eingeschlossen, wovon 40 Patient*innen ein SHT und 44 Patient*innen einen Schlaganfall aufwiesen. Bei 56
Patient*innen wurde eine invasive Druckmessung und bei 28 Patient*innen eine nicht-invasive Blutdruckmessung durchgeführt. In der Gruppe mit IBP wiesen 9% (n = 5/56) der Patient*innen eine Hypotension (systolischer Blutdruck <90 mmHg) auf, in der Gruppe mit NIBP 7% der Patient*innen (n = 2/28) (p=1.0). Wenn systolische Blutdruckwerte unter 90 mmHg gemessen wurden, betrug die mediane Dauer bei Patient*innen mit IBP 14 Minuten und bei NIBP 9,5 Minuten (p=0.84). Auch beim Vergleich der Zeit außerhalb vordefinierter systolischer Grenzwerte, des MAP sowie bei der Gabe von Vasopressoren konnte kein signifikanter Unterschied in Bezug auf die Messmethode festgestellt werden.
Diskussion: In dieser retrospektiven Studie waren systolische Blutdruckwerte unter 90 mmHg bei Patient*innen mit schwerem SHT oder Schlaganfall selten. Es konnte kein signifikanter Unterschied in der Inzidenz und Dauer von
Hypotensionen, bezogen auf invasive und nicht-invasive Blutdruckmessmethoden, gezeigt werden. Aufgrund der geringen Studienpopulation mit mehrheitlich handschriftlichen Notarztprotokollen, dem retrospektiven Design und dem Risiko
eines Selektions- bzw. Indikationsbias sind weitere Untersuchungen notwendig. Diese benötigen ein prospektives, randomisiertes Design, eine adäquate Fallzahl und eine elektronische Blutdruckdokumentation, um einen potenziellen Effekt der IBP auf die Hämodynamik in der Präklinik bei dieser Patient*innengruppe hochqualitativ zu untersuchen.
Schlagwörter
Invasive Blutdruckmessung; Schädel-Hirn-Trauma; Schlaganfall
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Sachgebiete
Notfallmedizin
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Hois, Benjamin
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Fandler-Höfler, Simon; Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ. Dr.scient.med.
Mitbetreuer*in (intern)
Eichlseder, Michael; Univ. FA Dr.med.univ. Dr.scient.med.
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