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Bibliografische Informationen
Titel
Die Genauigkeit der MRT und der Sonographie in der Diagnose von Verletzungen des Bandapparates des oberen Sprunggelenks
Kurzfassung
Hintergrund: Es existieren bislang wenige Publikationen, die einen umfassenden
Überblick über die diagnostische Genauigkeit bildgebender Verfahren bei
Bandverletzungen des oberen Sprunggelenks (OSG) beinhalten.
Methoden: Es wurden zwei systematische Literaturrecherchen über PubMed
durchgeführt. Die Auswahl der gefundenen Studien erfolgte nach dem PICO
Schema. In den Literaturrecherchen konnten bis zu 1952 Suchergebnisse pro
Recherche gefunden werden. Insgesamt 11 Studien wurden als relevant eingestuft
und inkludiert. Diese wurden detailliert beschrieben. Die Daten zu Sensitivität,
Spezifität und Genauigkeit wurden zusammengefasst und qualitativ bewertet.
Fehlende Daten wurden, soweit möglich, nachträglich berechnet. Zur Beurteilung
der Studien wurde das Tool QUADAS-2 verwendet.
Zielsetzung: Vergleich der diagnostischen Wertigkeit von MRT und Sonographie in
der Diagnose von Bandverletzungen im OSG.
Resultate: Die Einzelstudien zeigen eine hohe diagnostische Genauigkeit der MRT
und beurteilen die Sonographie als eine verlässliche Alternative.
Die MRT zeigt je nach Studie für das LTFA folgende diagnostische Werte:
Normalbefund: Sensitivität: 0-89%, Spezifität: 86-100%, Genauigkeit: 82-98%,
Verletzung: Sensitivität: 80-97%, Spezifität: 87,5-100%, Genauigkeit: 82,3-100%.
Die MRT zeigt je nach Studie für das LCF folgende diagnostische Werte:
Normalbefund: Sensitivität: 76,75-91%, Spezifität: 56-98%, Genauigkeit: 66-97%.
Die MRT zeigt je nach Studie für Verletzungen des LTIFA folgende diagnostische
Werte: Sensitivität: 87,5-91%, Spezifität: 100%, Genauigkeit: 90,5-96,2% für die
MRT.
Die Sonographie zeigt je nach Studie für Verletzungen des LTFA folgende
diagnostische Werte: Sensitivität: 66,67-100%, Spezifität: 33-100%, Genauigkeit:
88,3-96,9%.
Ohne Oae et al., welche einen anderen Referenzstandard verwendeten, zeigen
sich folgende diagnostische Werte: Sensitivität: 66,67%- 95,4%, Spezifität: 75
100%, Genauigkeit: 88,3-96,9%.
Die Sonographie zeigt je nach Studie für Verletzungen des LCF folgende
diagnostische Werte: Sensitivität: 49-100%, Spezifität: 91-100%, Genauigkeit:
70,5-93,5%.
IV
Die Sonographie zeigt je nach Studie für Verletzungen des LTIFA folgende
diagnostische Werte: Sensitivität: 86-100%, Spezifität: 35-100%, Genauigkeit:
56,7-97,9%.
Während die MRT überwiegend mit arthroskopischen oder intraoperativen
Befunden verglichen wurde, diente bei der Sonographie meist die MRT als
Referenzstandard, was einen direkten Vergleich einschränkt. Für das Deltaband
und für das LTFP waren zu wenig Daten vorhanden, um beide untersuchten
diagnostischen Verfahren zu beurteilen.
Conclusio: Ein direkter Vergleich von MRT und Sonographie war aufgrund der
unterschiedlichen Referenzstandards nur eingeschränkt möglich. Aus den Daten
der Einzelstudien und vergleichbarer Literatur geht hervor, dass die MRT
allgemein ein genaues Verfahren ist. Die Sonographie kann in vielen Fällen
vergleichbare Ergebnisse erzielen. Ein vermehrter Einsatz der Sonographie in der
Diagnostik von Verletzungen des LTFA, LCF und der Syndesmose erscheint sinnvoll,
wenn man zusätzlich Kosten und Verfügbarkeit der Verfahren bedenkt. Weitere
Arbeiten sind aber nötig, insbesondere über das Deltaband. Weiters könnten 3D
MRT und Deep-Learning-Algorithmen die Diagnostik verbessern.
Schlagwörter
MRT; Sonographie: Ultraschall; Bandverletzung; Diagnose; Diagnostik; Sprunggelenk; Genauigkeit; Verletzung; LTFA; LCF; Syndesmose; Deltaband; Ligamentum deltoideum
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Sommerauer, Peter
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Radiologie
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Talakic, Emina; Univ. FÄ Priv.-Doz. Dr.med.univ. MBA
Mitbetreuer*in (intern)
Kopetzky, Michaela; Dr.med.univ.
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