| Hintergrund: Inaktivität ist eines der größten gesundheitlichen Probleme in der heutigen Gesellschaft. Das führt unter anderem dazu, dass kardiovaskuläre Ereignisse die Haupttodesursache weltweit sind. Inaktivität führt aber auch zu metabolischen Komplikationen, wie der metabolischen Dysfunktion assoziierten steatotischen Lebererkrankung (MASLD, metabolic dysfunction associated steatotic liver disease). Möglichkeiten, das Ausmaß körperlicher Aktivität zu erhöhen, sind die aktive Gestaltung des Arbeitsweges sowie die Umsetzung eines individuellen Herzfrequenz gesteuerten Trainingsplans. Der gesundheitliche Nutzen dieser zwei Maßnahmen wurde in dieser Pilotstudie untersucht und miteinander verglichen.
Methodik: In der prospektiven Pilotstudie „The Magic Power of Exercise - Let’s get mobilized!“ wurden 102 Mitarbeiter*innen der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft m.b.H. (KAGes) anhand ihres Lebensstils und der für sie vorgesehenen Intervention drei Gruppen zugeteilt. Sie wurden zu Beginn der Studie in einer Eingangsuntersuchung und nach dem 6-monatigen Interventionszeitraum in einer Abschlussuntersuchung genauestens sportmedizinisch untersucht. Zudem wurde eine ausführliche Blutanalyse, eine psychologische Untersuchung anhand von Fragebögen und ein MRT der Leber durchgeführt. Gruppe I1 absolvierte im Interventionszeitraum ihren Arbeitsweg mit dem Rad, Gruppe I2 befolgte einen individuellen Trainingsplan und Gruppe A führte ihren bereits aktiven Lebensstil fort.
Ergebnisse: Es konnte bestätigt werden, dass aktive Personen durchschnittlich eine bessere körperliche Ausdauerleistungsfähigkeit, sowie einen geringeren Körperfettanteil haben. Auch der Leberfettgehalt war unter den bereits aktiven Teilnehmer*innen signifikant niedriger. Eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit und der maximalen Sauerstoffaufnahme konnte in beiden Interventionsgruppen nachgewiesen werden. Die Körperzusammensetzung, als auch der Leberfettanteil zeigten keine signifikante Veränderung im Interventionszeitraum. Dennoch konnten zwei Drittel der Proband*innen mit MASLD den Leberfettgehalt soweit verbessern, dass diese Diagnose nach den 6 Monaten nicht mehr gestellt wurde.
Fazit: Körperlich aktive Personen haben einen signifikant niedrigeren Leberfettanteil. Die aktive Gestaltung des Arbeitsweges scheint die Leistungsfähigkeit und die VO2max in gleichem Ausmaß zu verbessern wie ein individueller Herzfrequenz gesteuerter Trainingsplan. Obwohl sich keine signifikanten Veränderungen im Körperfettanteil und der Muskelmasse zeigten, war eine MASLD bei zwei Drittel der Teilnehmer*innen mit erhöhtem Leberfettanteil nach dem Interventionszeitraum nicht mehr nachweisbar.
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