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Medizinische Universität Graz
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Sprachversion
Deutsch
Englisch (Sprache des Volltextes)
Bibliografische Informationen
Titel
Die Rolle von Lipoprotein(a) für das kardiovaskuläre Risiko von psychiatrischen Patient*innen
Kurzfassung
Einleitung. Patient*innen mit schweren psychischen Erkrankungen wie Major Depression, bipolarer Störung oder Schizophrenie weisen eine signifikant
reduzierte Lebenserwartung auf, welche primär auf eine erhöhte kardiovaskuläre
Morbidität und Mortalität in diesem Patientenkollektiv zurückzuführen ist.
Traditionelle Risikofaktoren, Lebensstil sowie psychopharmakologische
Nebenwirkungen können dieses erhöhte Risiko nur teilweise erklären.
Lipoprotein(a) (Lp(a)) ist ein genetisch determinierter und unabhängiger kausaler Risikofaktor für atherosklerotische kardiovaskuläre Erkrankungen. Diese Arbeit untersucht, ob Lp(a) bei psychiatrischen Erkrankungen verändert ist und ob Lp(a) zum erhöhten kardiovaskulären Risiko bei psychiatrischen Patient*innen beiträgt.
Methodik. Es wurde eine systematische Literaturrecherche auf PubMed sowie
eine ergänzende manuelle Recherche durchgeführt. Die Suche konzentrierte sich auf Studien mit Veröffentlichung seit Einführung der Datenbank bis Februar 2026, welche Lp(a)-Spiegel bei psychiatrischen Patient*innen untersuchten. Die
Suchstrategie basierte auf dem PICO-Schema und kombinierte Begriffe zu
Lipoprotein(a), psychiatrischen Diagnosen und Psychopharmaka. Eingeschlossen wurden Studien mit erwachsenen Populationen (≥ 18 Jahre), einer nach ICD oder DSM diagnostizierten psychiatrischen Diagnose sowie quantitativen Lp(a)-Messungen und einer gesunden Kontrollgruppe. Von initial 189 identifizierten Publikationen erfüllten 9 Studien die Einschlusskriterien und wurden in das systematische Review einbezogen.
Ergebnisse. Die Studien weisen heterogene Ergebnisse auf, zeigen aber
mehrheitlich eine positive Assoziation zwischen Lp(a)-Spiegeln und
psychiatrischen Erkrankungen. Für depressive Störungen beschreiben vier
Studien einen signifikant positiven Zusammenhang zwischen Lp(a) und
Depression, während zwei Studien keine statistisch signifikanten Unterschiede
feststellen. Eine weitere Studie zeigt einen bidirektionalen Zusammenhang
zwischen Lp(a) und depressiven Störungen und eine Biobank-Analyse beschreibt einen positiven Zusammenhang zwischen Lp(a) und Depression, welcher durch den Entzündungsstatus (anhand hs-CRP-Werten) moduliert wird. Für Schizophrenie zeigen zwei klinische Studien signifikant erhöhte Lp(a)-
Konzentrationen bei Erkrankten. Bei Patient*innen mit bipolarer Störung berichten zwei Fall-Kontroll-Studien über höhere Lp(a)-Spiegel bei Erkrankten, wohingegen eine weitere Studie einen möglichen kausalen Zusammenhang mit niedrigeren Lp(a)-Konzentrationen darlegt. Pharmakotherapeutisch zeigt sich lediglich für Paroxetin eine signifikante Senkung der Lp(a)-Spiegel in einer Studie bei depressiven Patient*innen.
Conclusio. Mehrere Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen erhöhten
Lp(a) Konzentrationen und psychischen Erkrankungen. Aufgrund der limitierten
Studiengröße der meisten Studien sowie inkonsistenten Ergebnissen in neueren
Studien mit größeren Studienpopulationen kann aufgrund der aktuell limitierten
Evidenz eine Rolle von Lp(a) in der Komorbidität kardiovaskulärer und
psychiatrischer Erkrankungen vermutet, jedoch nicht abschließend belegt werden.
Schlagwörter
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Siglreitmeier, Lucas Julian
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Lehrstuhl für Physiologie & Pathophysiologie
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Piani, Federica; Dott.ssa Ass.-Prof. PhD.
Mitbetreuer*in (intern)
Lackner, Helmut Karl; Sen.Lecturer Priv.-Doz. Dipl.-Ing. Dr.
Mitbetreuer*in (extern)
Wolf, Stefan Julian; Sen.Scientist Dr.sc.
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