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Medizinische Universität Graz    

Meine Abschlussarbeiten - Publikationen

Diplomarbeit - Detailansicht

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Bibliografische Informationen
 SGLT2-Inhibitoren und Arrhythmien - Eine neue pharmakologische Perspektive  
 Einleitung: Sodium-Glucose Luminal Transporter 2 (SGLT2)-Inhibitoren stellen eine etablierte Therapieoption des Diabetes mellitus Typ 2 dar. Darüber hinaus werden sie zur Behandlung von Herzinsuffizienz und chronischer Nierenkrankheit empfohlen. In den letzten Jahren rückte zunehmend auch ihr potentieller Einsatz zur Therapie kardialer Arrhythmien in den Fokus der Forschung. Ein detailliertes Verständnis über die komplexen Wirkmechanismen von SGLT2-Inhibitoren könnte erklären, inwiefern sie die Arrhythmiebelastung beeinflussen. Das Ziel dieser Diplomarbeit besteht deshalb darin, den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zu den antiarrhythmischen Effekten dieser Substanzgruppe zusammenzufassen. Die Reduktion von Herzrhythmusstörungen durch SGLT2-Inhibitoren könnte für die Weiterentwicklung antiarrhythmischer Therapien von signifikanter Bedeutung sein.

Material und Methode: Diese Diplomarbeit basiert auf einer umfassenden Literaturrecherche. Die Grundlage dafür bildeten internistische Lehr- und Fachliteraturen, auf welche über die Bibliothek der Medizinischen Universität Graz zugegriffen wurde. Zusätzlich wurden zur Literatursuche renommierte Datenbanken und Plattformen wie PubMed, Thieme eRef, UpToDate und Google Scholar verwendet. Publikationen aus anerkannten Fachjournalen wie European Heart Journal, New England Journal of Medicine und International Journal of Cardiology wurden herangezogen. Einschluss- und Ausschlusskriterien wurden für die jeweiligen Veröffentlichungen definiert. Zur Optimierung der Recherche wurden Suchbegriffe bestimmt, welche mithilfe von Operatoren (AND, OR und NOT) kombiniert wurden.

Ergebnisse: Im Rahmen der Literaturrecherche zeigte sich, dass SGLT2-Inhibitoren die Arrhythmiebelastung auf unterschiedlichen Wegen reduzieren können. Sie wirken nicht nur über die Hemmung der Glucoseresorption im proximalen Nierentubulus, sondern zeigen auch einen Einfluss auf zahlreiche weitere zelluläre Signalwege im Körper. Über ihre molekulare Wirkung im Herzen entfalten SGLT2-Inhibitoren einen direkten antiarrhythmischen Effekt. Zusätzlich tragen sie auch indirekt zur Reduktion der Arrhythmogenese bei, indem sie proarrhythmogene Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, Diabetes mellitus und chronische Nierenkrankheit modulieren. Mehrere klinische Studien berichten über einen Zusammenhang zwischen der Anwendung von SGLT2-Inhibitoren und der Abnahme der Arrhythmiebelastung. Dabei wird beobachtet, dass SGLT2-Inhibitoren das Auftreten von Rhythmusstörungen sowohl auf atrialer als auch auf ventrikulärer Ebene reduzieren.

Conclusio: Resümierend lässt sich festhalten, dass bisherige Studienergebnisse zur antiarrhythmischen Wirkung von SGLT2-Inhibitoren vielversprechend sind. Die Mehrheit der Resultate deutet auf einen therapeutischen Nutzen dieser Substanzgruppe bei Herzrhythmusstörungen hin. Da die verfügbaren Daten jedoch limitiert sind, bedarf es weiterer klinischer Forschung, um ihren definitiven antiarrhythmischen Nutzen zu bestimmen. Nach ausreichender Prüfung könnten SGLT2-Inhibitoren dann durchaus als ergänzende Therapieoption bei Herzrhythmusstörungen etabliert werden und so die Lebensqualität zahlreicher Betroffener verbessern.  
 SGLT2-Inhibitoren; kardiale Arrhythmien; Vorhofflimmern; Ventrikuläre Arrhythmien; Ventrikuläre Tachykardie; Ventrikelflimmern;  
 
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Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Scheitz, Theresa
Betreuende Einrichtung / Studium
  Universitätsklinik für Innere Medizin
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  von Lewinski, Dirk; Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr.med.
  Benedikt, Martin; Dr.med.univ. Dr.scient.med.