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Medizinische Universität Graz
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Sprachversion
Deutsch
Englisch (Sprache des Volltextes)
Bibliografische Informationen
Titel
Modulation von Schmerz und Sensibilisierung: Pharmakologische und nicht-pharmakologische Ansätze in experimentellen und klinischen Kontexten
Kurzfassung
Trotz bemerkenswerter Fortschritte in der Schmerztherapie bleibt Schmerz ein relevanter Morbiditätsfaktor weltweit. Der Übergang zu chronischen Schmerzformen wird von Sensibilisierungsprozessen begleitet, die sich klinisch anhand von Hyperalgesie und Allodynie darstellen lassen. Bei Überschneidungen der physiologischen Prozesse in Wahrnehmung, Weiterleitung und Verarbeitung von Schmerz und Juckreiz ist eine gemeinsame Betrachtung der Sensibilisierungsprozesse beider Entitäten naheliegend. Trotz laufender pharmakologischer und nicht-pharmakologischer Forschung bleiben sowohl die Prävention chronischer Schmerzen als auch die sichere und wirksame Behandlung bereits bestehender chronischer Schmerzen klinisch herausfordernd. Interessanterweise brachten insbesondere Medikamente, die nicht zur Behandlung von Schmerz entwickelt oder ursprünglich eingesetzt wurden, in der chronischen und multimodalen Schmerztherapie relevante Erfolge ein. Viele dieser Substanzen kommen aus dem neurologischen oder psychiatrischen Bereich und greifen in die zentrale Verarbeitung von Schmerz ein. Dieses oft unspezifische beziehungsweise breite Modulieren der Verarbeitung führt auch zu entsprechenden potenziellen Nebenwirkungen, die insbesondere im Rahmen von Multimorbidität und Polypharmazie relevant sein können. Potenziell gefährliche Nebenwirkungen, wie beispielsweise das Long-QT-Syndrom, müssen gegen den therapeutischen Nutzen abgewogen werden.
Diese kumulative Dissertation befasst sich mit der Modulation von Sensibilisierungsprozessen bei Schmerz und Juckreiz in klinischen und experimentellen Kontexten. Physostigmin wurde im Rahmen einer randomisierten, placebokontrollierten klinischen Studie eingesetzt, um die Effekte auf Opioidverbrauch, Hyperalgesie, Schmerzwerte sowie die Zufriedenheit mit der Schmerztherapie zu evaluieren. In einer doppelblinden, randomisierten, Sham-kontrollierten Studie wurden bei gesunden Probandinnen und Probanden die Effekte von Photobiomodulation auf Juckreiz sowie auf damit verbundene klinische Marker der Sensibilisierung (Hyperknesis und Alloknesis) in sowohl Histamin- als auch Mucuna-pruriens-induzierten Juckreizmodellen untersucht. Die Effektivität von Palmitoylethanolamid zur Therapie chronischer Schmerzen wurde in einer Metaanalyse untersucht, und ein Review der Literatur zu QT-Intervall-verlängernden Medikamenten in der Schmerztherapie wurde durchgeführt.
Schlagwörter
Schmerz; Sensibilisierung; Juckreiz; Long QT; PEA
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Sachgebiete
Schmerztherapie
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Klivinyi, Christoph; Dr.med.univ.
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin
Studium
UO 790 202 Dr.-Studium der medizin. Wissenschaft; Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer/in (intern)
Bornemann-Cimenti, Helmar; Research Prof. PD Dr.med.univ.et scient.med. MBA MSc EDPM
CO – Betreuer/in (intern)
Schörghuber, Michael; Univ. OA Priv.-Doz. Dr.med.univ.
CO – Betreuer/in (extern)
Holler, Martin; Univ.-Prof. Dr.rer.nat.
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