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Medizinische Universität Graz    

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Bibliografische Informationen
 Die Wirksamkeit von Antidepressiva in der Therapie der Depression - Ein Analyse aktueller Studien  
 Einleitung: Die Unipolare Depression stellt eine Affektive Störung dar, welche als einzelne Episode, als rezidivierende Episode oder anhaltende Störung vorliegen kann. Hauptsymptome stellen eine niedergeschlagene Stimmung, Interessensverlust/ Freudlosigkeit und/oder Antriebsmangel dar. Zusatzsymptome umfassen ein vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, Gefühle der Schuld und Wertlosigkeit, negative/pessimistische Zukunftsgedanken, reduzierte Konzentrationsfähigkeit, Schlaf-, Appetit- und Sexualstörungen und/oder psychomotorische Agitiertheit/Hemmung. Ebenso können Suizidgedanken/-handlungen vorliegen. Die Diagnostik erfolgt mittels Anamnese und Fragebogen. Die Entstehung einer Depression ist bis heute nicht vollständig geklärt, es wird jedoch von einer multifaktoriellen Genese ausgegangen.

Die pharmakologische Therapie mittels Antidepressiva kann durch verschiedene Wirkstoffklassen erfolgen. Als erste Wahl gelten derzeit Selektive Serotonin- Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Außerdem werden Selektive Serotonin-Noradrenalin- Wiederaufnahmehemmer (SSNRI), Noradrenalin- Dopamin- Wiederaufnahme-Hemmer (NDRI), Monoaminooxidase (MAO) -Hemmer, Noradrenalin- und Serotonin-spezifische Antidepressiva, Serotonin-Antagonisten und -Wiederaufnahmehemmer, Serotonin- Modulatoren und -Stimulatoren, Melatonin-Analoga oder Johanniskraut als Phytotherapeutikum in der Therapie verwendet.

Methode: Die folgende Arbeit stellt eine systematische Literaturrecherche dar, welche die derzeitige Studienlage zur Wirksamkeit eben dieser Therapeutika untersucht. Dafür wurden aktuelle Studien mittels PubMed und Google Scholar gesucht. Zudem wurde die aktuelle Nationale Versorgungsleitlinie (2023) der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde herangezogen.

Resultate: Die Ergebnisse einiger großer Metaanalysen zeigen, dass Antidepressiva eine stärkere Wirksamkeit in der Symptomreduktion als Placebo erzielen. Patient*innen mit schwergradiger Depression zeigen dabei eine höhere Wirksamkeit des Antidepressivums als Patient*innen mit geringerem Schweregrad der Symptomatik. Mit zunehmendem Schweregrad zeigt das Antidepressivum mehr Wirksamkeit als das Placebo. Die Studien deuten jedoch auch darauf hin, dass die untersuchten Antidepressiva trotz statistischer Signifikanz der Ergebnisse nur eine geringe Symptomreduktion von unter zwei Punkten auf

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dem Fragebogen Hamilton Rating Scale for Depression (HRSD, Maximalscore 52 Punkte) aufzeigen, welche nach den offiziellen Kriterien des National Institute for Health and Care Excellence (NICE) keine klinische Relevanz darstellt. Die untersuchten Antidepressiva wiesen über eine Vielzahl von Studien hinweg eine standardisierte Mittelwertdifferenz von durchschnittlich 0.3 zwischen Medikament und Placebo auf, was einem geringen bis moderaten Effekt entspricht. Die aufgezeigten Odd’s Ratios in den Placebo- Vergleichsstudien reichten von 2.13 (Amitriptylin) bis 1.37 (Reboxetin).

Einige Studien legen nahe, dass eine Kombinationstherapie aus Antidepressivum und Psychotherapie oder zwei Antidepressiva eine größere Wirksamkeit aufweisen könnte.

Diskussion: Im Rahmen dieser Arbeit wird die Wirksamkeit von Antidepressiva betrachtet. Diese wird in der Forschung als Reduktion der depressiven Symptomatik auf der HRSD gemessen. Wie die Studien zeigen, können Antidepressiva derzeit nur geringe Effektstärken in der Symptomreduktion aufzeigen. Die durchschnittlichen Unterschiede zwischen Antidepressiva und Medikamenten fallen in den Studien zudem nur gering bis moderat aus. Die Studienlage fördert jedoch auch Kritik an den angewandten Methoden und derzeitigen Forschungsstandards hervor, welche die Testgütekriterien der Studienergebnisse beeinflussen und somit die Interpretation der Resultate erschweren.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Antidepressiva bei teils beträchtlichen Nebenwirkungsprofilen nur eine geringe Wirksamkeit zeigen. Ein Einsatz in der Therapie scheint laut derzeitiger Studienlage höchstens bei schwergradiger Depression angeraten. Um die Therapie von Depression zu Verbessern benötigt die zukünftige Forschung neue Ansatzpunkte zur Erforschung der Ätiologie und Pathophysiologie von Depression und die Ermittlung alternativer Wirkmechanismen und Wirkstoffe abseits der Monoamin- Hypothese.  
 Depression; Antidepressiva; Therapie; Wirksamkeit  
 
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Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Mayrhofer, Celia Mirabella Sophie; B.Sc. M.Sc.
Betreuende Einrichtung / Studium
  Lehrstuhl für Pharmakologie
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Luschnig, Petra; Priv.-Doz. Mag. Dr.rer.nat.