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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
Invasive Gruppe-A-Streptokokken Infektionen bei Kindern und Jugendlichen Eine retrospektive Analyse von Jänner 2018 bis Februar 2024
Kurzfassung
Einleitung: Nicht pharmazeutische Interventionen (NPIs) während der COVID-19-Pandemie und deren Aufhebung haben sekundäre Effekte auf die Epidemiologie anderer pädiatrischer Infektionskrankheiten verursacht. Eine deutliche Veränderung der Inzidenz wurde bei invasiven Infektionen mit Streptokokken der Gruppe A (iGAS) bei Kindern und Jugendlichen in mehreren europäischen Ländern berichtet, jedoch nicht überall. Diese Arbeit untersucht die Inzidenzzahlen sowie den Verlauf dieser Erkrankungen an unserer Klinik in Graz.
Methoden: Es wurden Kinder und Jugendliche retrospektiv analysiert, welche vom 01.01.2018 - 29.02.2024 im Grazer Kinderzentrum mittels Kultur positiv auf Streptokokken der Gruppe A (GAS) getestet wurden. Bei Nachweis aus üblicherweise sterilem Material wurde die Erkrankung unter Berücksichtigung klinischer Kriterien als invasiv eingestuft, weitere Befunde erhoben und ausgewertet.
Ergebnisse: Insgesamt wurden im Beobachtungszeitraum 387 Patient*innen positiv auf GAS getestet. Von diesen erfüllten 27 Patient*innen (Alter 0,2 bis 16,6 Jahre, median 5,4 Jahre; 63 % männlich 37 % weiblich) die Kriterien einer invasiven Infektion (2018: 1; 2019: 6; 2020: 2; 2021: 2; 2022: 3; 2023: 13). Die klinischen Diagnosen waren Septische Arthritis/Osteomyelitis (n=11; 39%), Mastoiditis (n=8; 29%), Sepsis/Toxic Shock Syndrom (n=5; 18%), Pneumonie (n=3; 11%), Fasziitis (n=1; 4%). Alle 27 Patient*innen wurden in Graz (mediane Aufenthaltsdauer 10 Tage; min. 2 Tage, max. 29 Tage) stationär behandelt, 7 davon mussten aufgrund des Schweregrads auf die pädiatrische Intensivstation (PICU) transferiert werden (mediane Liegedauer 9 Tage; min. 2, max. 12 Tage). Komorbiditäten wurden nur bei 7 Patient*innen verzeichnet. Am häufigsten waren diese von Epilepsien, Entwicklungsstörungen sowie Ko-Infektionen mit VZV, Influenza A und RSV betroffen. Eine 16-jährige Patientin ohne Grunderkrankung (jedoch zusätzlich Influenza-A-Virus und RS-Virus positiv, mit Toxic-shock-syndrom und darauffolgendem Multiorganversagen) ist verstorben.
Schlussfolgerung: Es lässt sich eine deutliche Zunahme von iGAS-Infektionen nach der COVID-19-Pandemie auch in unserem Einzugsgebiet erkennen. Die veränderte Immunitätslage nach der Pandemie oder das Auftreten aggressiver Stämme sind mögliche Erklärungen.
Schlagwörter
Invasive Streptokokken der Gruppe A (iGAS); Streptococcus pyogenes; Pädiatrie; COVID-19-Pandemie; Infektionsepidemiologie; Inzidenz; Retrospektive Studie; Österreich/Graz
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Wilfing, Selina
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Strenger, Volker; Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ.
Mitbetreuer*in (intern)
Kohlmaier, Benno; Univ. FA Priv.-Doz. Dr.med.univ. Dr.scient.med.
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