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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
Bestimmung des Masern-Virus-IgG-Titers in Kapillarblut
Kurzfassung
Die Entscheidung, ob eine Post-Expositions Prophylaxe (PEP) nach einer Exposition gegenüber dem Masern-Virus verabreicht wird, ist abhängig vom Vorhandensein schützender Masern-Virus-IgG Antikörper (MV-IgG). Die Impfung gegen Masern erfolgt im Rahmen des Mumps-Masern-Röteln-Schutzimpfung (MMR) und wird als Lebendimpfstoff verabreicht. (1) Durch die Schutzimpfung entsteht in der Regel ein lebenslanger Schutz gegenüber Masern. In den meisten Fällen erfolgt die Verabreichung der ersten Teilimpfung rund um das zwölfte Lebensmonat, wobei Neugeborene und Säuglinge durch transplazentär übertragene maternale Antikörper geschützt sein könnten. (2) Zwischen dem Verlust der schützenden maternalen Antikörper und der ersten Teilimpfung, haben Säuglinge ein erhöhtes Risiko schwere Komplikationen einer Maserninfektion zu erleiden. Im Falle einer möglichen Exposition gegenüber Masern sollten Kinder unter 6 Monaten sofort auf das Fehlen schützender MV-IgG-Titerspiegel getestet werden. (3) Betroffene mit fehlenden schützenden MV-IgG-Titern sollten eine PEP erhalten. (4,5)
In dieser Diplomarbeit wurden die MV-IgG-Titer aus mittels Finger Prick beziehungsweise Venenpunktion gewonnen Blutproben von PatientInnen, welche eine Maserninfektion durchgemacht haben, wahrscheinlich maternale Antikörper besitzen, oder eine MMR-(Teil-)impfung erhalten haben, miteinander verglichen.
MV-IgG-Titer wurden mittels eines CLIA Assays (LIASION® Measles IgG Test der Firma DiaSorin) bestimmt. Der Quantifikationsbereich des Tests liegt zwischen <5,0 und >300,0 AU/ml. PatientInnen mit Titern über 16,5 AU/ml wurden, wie vom Hersteller empfohlen, als geschützt angesehen. (6)
Diese Diplomarbeit hat 37 ProbandInnen untersucht. Das mediane Alter lag bei 14,1 Jahren, von 1,1 Wochen bis 17,8 Jahren. Die Geschlechteraufteilung betrug 15 weibliche Probandinnen (40,5 %) und 22 männliche Probanden (59,5 %). Die gemessenen Werte bewegten sich innerhalb des Quantifikationsbereichs des verwendeten Tests (median VB 92,2 AU/ml, FB 112,0 AU/ml). Es zeigte sich eine signifikante, sehr starke Korrelation zwischen den FB und VB MV-IgG Titern (r = 0,963, 95 % KI 0,920 – 0,983, p < 0,001). Die richtige Zuordnung in geschützt und nicht geschützt (geschützt: n = 23; nicht geschützt: n = 5) basierend auf venösem beziehungsweise Blut aus der Fingerbeere stimmte in allen Fällen überein (Korrekte Zuordnung 100 %, 95 % KI 85,0 -100,0).
Neun ProbandInnen (24,3 %) mit Titern unterhalb des dreifachen Cut-off-Wertes (<49,5 AU/ml) wurden als eine Subgruppe analysiert. Die gemessenen MV-IgG -Titer dieser Subgruppe reichten von <5,0 bis 33,9, median 22,1 AU/ml (VB) und von<5,0 bis 35,0, median 14,7 AU/ml (FB). In dieser Subgruppe zeigte sich eine singifikante Korrelation zwischen FB-- und VB-MV-IgG-Titern (r = 0,983, p < 0,001, 95 % CI 0,916 – 0,997).
Die Verwendung von Kapillarblut aus der Fingerbeere zur Bestimmung von MV-IgG Titern präsentiert sich, bei ausreichender Blutmenge, als verlässliche Alternative zu einer venösen Blutabnahme. Es erscheint daher als eine vielversprechende Option für eine schnelle Materialgewinnung in herausfordernden Situationen wie z.B. Masern-Ausbrüchen.
Schlagwörter
Masern-Virus, IgG, Post-Expositions Prophylaxe, Kapillarblut, Finger Prick
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Sachgebiete
Kinderheilkunde
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Gaggl, Michael Jakob
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Strenger, Volker; Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ.
Mitbetreuer*in (intern)
Zurl, Christoph Johann; Dr.med.univ.
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