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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
Diagnostik sexuell übertragbarer Erkrankungen bei Patient*innen mit Proktitis. Eine retrospektive Datenanalyse zur Evaluierung der Unterschiede zwischen CED- und STD-assoziierter Proktitis
Kurzfassung
Hintergrund
Innerhalb der letzten Jahre wurde international eine zunehmende Inzidenz von sexuell übertragbaren Erkrankungen und ein damit einhergehender Anstieg rektaler Infektionen durch STD-Erreger verzeichnet. Da sich eine STD-assoziierte Proktitis klinisch und histologisch häufig wie eine rektale Manifestation von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder andere Pathologien des linken Colons präsentiert, gewinnt die Diagnostik sexuell übertragbarer Erkrankungen im Fachgebiet der Gastroenterologie zunehmend an Bedeutung.
Zielsetzung
Primäres Ziel der Arbeit ist es anhand einer retrospektiven Datenanalyse zu klären, ob eine standardisierte STD-Diagnostik bei Patient*innen mit isolierter Proktitis oder Proktosigmoiditis sinnvoll ist, um mögliche Fehldiagnosen zu vermeiden. Weiters soll festgestellt werden, welche klinischen, histologischen und anamnestischen Charakteristika auf einen positiven STD-Nachweis hindeuten könnten, um rascher eine korrekte Diagnose zu stellen und die adäquate Therapie einleiten zu können.
Material und Methoden
Die Datenabfrage erfolgte über das Institut für Medizinische Informatik (IMI). Dabei wurden jene Patient*innen rekrutiert, bei denen im Zeitraum 2020 bis 2024 aufgrund einer Affektion des Rektosigmoids eine Multiplex-PCR auf sexuell übertragbare Erreger durchgeführt wurde. Die Ergebnisse wurden mit den Programmen SPSS und R statistisch ausgewertet.
Ergebnisse
Insgesamt wurden 30 Patient*innen in die retrospektive Datenanalyse eingeschlossen. Davon waren 17 Personen von einer CED-assoziierten Proktitis ohne STD betroffen. 6 Personen wurden mit einer rektalen STD diagnostiziert und eine Patientin war im untersuchten Zeitraum sowohl von einer CED- assoziierten als auch einer STD- assoziierten Proktitis betroffen. Anhand der vorliegenden Daten ließen sich keine statistisch signifikanten Unterschiede in der Alters- und Geschlechterverteilung und der klinischen und endoskopischen Präsentation zwischen den beiden Krankheitsbildern feststellen.
Schlussfolgerung
Die vorliegende retrospektive Datenanalyse zeigt, dass die diagnostische Unterscheidung zwischen STD- assoziierter und CED- assoziierter Proktitis eine klinische Herausforderung darstellt, da sich die beiden Krankheitsbilder in ihren Symptomen und makroskopischen sowie histologischen Befunden ähneln. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer strukturierten Diagnostik, die neben den klinischen, mikrobiologischen und endoskopischen Befunden auch anamnestische Aspekte berücksichtigt. Eine frühzeitige und gezielte Diagnosestellung ist entscheidend, um eine adäquate Therapie einzuleiten und Fehlbehandlungen sowie darauffolgende Komplikationen zu vermeiden. Die Einführung einer systematischen Testung auf rektale Manifestationen von STDs bei Patient*innen mit isolierter Proktitis oder Proktosigmoiditis könnte als sinnvoller Ansatz diskutiert werden.
Schlagwörter
Proktitis, CED, STD, Diagnostik
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Glassnegg, Verena Sofie
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Innere Medizin
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Hoegenauer, Christoph; Ao.Univ.-Prof. Dr.med.univ.
Mitbetreuer*in (intern)
Gulden, Lukas Michael; Dr.med.univ.
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