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Medizinische Universität Graz    

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Bibliografische Informationen
 Multiresistente Enterobacterales (MRGNs) in Zeiten von COVID-19  
 Hintergrund:

Multiresistente gramnegative Erreger (MRGNs), insbesondere Carbapenem-resistente Enterobacterales (CRE), stellen ein zunehmendes Problem im stationären und ambulanten Bereich dar. Die COVID-19 Pandemie führte zu veränderten Hygienemaßnahmen und eingeschränktem internationalen Verkehr. Unklar war, ob sich dies auf das Auftreten von CRE auswirkte. Ziel dieser Arbeit war, die Auswirkungen der Pandemie auf 4MRGN-Infektionen in Österreich zu untersuchen und mit Patient*innendaten zu korrelieren.

Methoden:

Es erfolgte eine retrospektive Datenanalyse von 66 CRE-Isolaten, die im Zeitraum von Jänner 2018 bis Dezember 2022 am D&F Institut für Hygiene, Mikrobiologie und Umweltmedizin der Medizinischen Universität Graz zur Untersuchung detektiert wurden. Analysiert wurden Patient*innendaten nach Alter, Geschlecht, Einsendequelle, Untersuchungsmaterial und Jahr. Die Analyse der Carbapenemase-Gene erfolgte bereits vorab mittels INTER-ARRAY Genotyping Kit CarbaResist. Die mikrobiologischen Ergebnisse wurden anschließend mit den nachgewiesenen Genfamilien sowie den epidemiologischen Patient*innendaten korreliert.

Ergebnisse:

Der überwiegende Teil der Proben (89,4 %) stammte aus dem stationären Bereich. Ein deutlicher Unterschied herrschte bei der Geschlechtsverteilung (m/w), wobei 63,6 % von männlichen Patient*innen stammten, vor allem mittleren bis höheren Alters. Von 66 Isolaten wiesen 46 (69,7 %) mindestens ein Carbapenemase-Gen auf: blaOXA-48-like (33,9 %), blaVIM (28,6 %), blaNDM (17,9 %), blaKPC (12,5 %) und blaGES (7,1 %). Bei 10 Isolaten (15,2 %) wurden zwei Gene gleichzeitig nachgewiesen. 30,3 % der Isolate waren negativ für Carbapenemase-Gene, was auf andere Resistenzmechanismen hinweist. Mit Beginn der COVID-19 Pandemie zeigte sich eine Zunahme der nachgewiesenen Carbapenemase-Gene.

Diskussion:

Die beobachtete Zunahme der nachgewiesenen Carbapenemase-Gene ab Beginn der COVID-19 Pandemie steht im Einklang mit Berichten aus anderen Ländern, die ebenfalls einen Anstieg von CRE beschrieben haben. Angesichts der zunehmenden Bedeutung von Antibiotikaresistenzen als globale Gesundheitsbedrohung unterstreichen die Ergebnisse die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Überwachung von Resistenzmechanismen sowie eines verantwortungsvollen Antibiotikaeinsatzes. Die vorliegende Arbeit liefert wertvolle Einblicke in die lokale CRE-Epidemiologie und trägt zum besseren Verständnis aktueller Resistenzentwicklungen bei.  
 MRGNs; Multiresistenz; CRE; Antibiotika; Carbapeneme; Carbapenemasen; COVID-19  
 
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Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Wimmer, Andreas Herbert
Betreuende Einrichtung / Studium
  Diagnostik & Forschungsinstitut für Hygiene, Mikrobiologie und Umweltmedizin
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Grisold, Andrea; Univ.-Prof. Dr.med.univ.
  Zarfel, Gernot; Priv.-Doz. Mag. Dr.rer.nat.