Loading
Medizinische Universität Graz    

Meine Abschlussarbeiten - Publikationen

Diplomarbeit - Detailansicht

Wichtigste Meldungen anzeigenMeldungsfenster schließen
Bibliografische Informationen
 Langzeitverlauf von univentrikulären Herzfehlern nach Fontanoperation  
 Einleitung: Bei univentrikulären Herzfehlern ist die Fontanoperation die einzige Möglichkeit der Trennung des System- und Pulmonalkreislaufs. Im Langzeitverlauf können verschiedene Komplikationen bis zum Versagen des Fontankreislaufes auftreten. Ziel der Studie war die Analyse des Langzeitverlaufes.

Methoden: Für diese retrospektive Studie wurden die Krankenakten mit Echokardiographie-, Herzkatheter- und EKG-Befunden von 79 Fontan-Patienten, die von 1989 bis 2010 an der Medizinischen Universität Graz betreut wurden, analysiert. Als Endpunkte wurden die letzte Kontrolle, eine Herztransplantation und ein tödlicher Verlauf definiert.

Ergebnisse: Die Fontanoperation erfolgte im mittleren Alter von 4,83,9 Jahren bei 53 Patienten als Totale Cavopulmonale Konnektion (TCPC) und bei 26 Patienten ab 1999 mittels Extrakardialer Fontanoperation (ECFO). Bei 63 Patienten lag ein links-, bei 15 Patienten ein rechtsmorphologischer und bei 1 Patienten ein indifferenter Systemventrikel (SV) vor. Die perioperative Mortalität, inkl. Fontan-take-down-Patienten, betrug 15,2%. Perioperativ verstorbene bzw. take-down-Patienten hatten mehr präoperative Risikofaktoren (RF) als primär Überlebende (2,1±0,9 vs. 0,8±0,81; p<0,05). Die 15-Jahres Überlebensrate betrug bei 59 Patienten 97%. Bei 1 Patienten erfolgte eine Herztransplantation, 2 Patienten verstarben nach 0,3 bzw. 1,1 Jahren. In einer Nachbeobachtungszeit von 11,55,2 Jahren traten bei 14 von 56 Patienten Spätkomplikationen auf, wobei Herzrhythmusstörungen mit 80% am häufigsten waren. Alle Patienten waren im NYHA-Stadium I oder II, 28,6% der Patienten benötigten eine kardiale Medikation. Eine höhere Anzahl präoperativer RF beeinflusste die Ejektionsfraktion des SV im Langzeitverlauf negativ (p=0,0018). Die TCPC führte häufiger zu therapiepflichtigen Rhythmusstörungen (p=0,0324). Ein rechtsmorphologischer SV war tendenziell mit einem schlechteren Langzeit-Outcome assoziiert.

Konklusion: Die überwiegende Mehrzahl der Fontan-Patienten zeigt einen zufriedenstellenden Langzeitverlauf. Allerdings bedingt die palliative Natur der Fontanoperation wegen der möglichen Komplikationen eine lebenslange Betreuung dieser Patienten, insbesondere von Herzrhythmusstörungen.

 
 univentrikuläre Herzfehler; Fontanoperation; Totale-Cavopulmonale-Konnektion; Extrakardiale Fontanoperation; Spätkomplikationen  
 85
 2011  
   Volltext downloaden
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Zimmermann, Nadine
Betreuende Einrichtung / Studium
  Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Gamillscheg, Andreas; Univ.-Prof. Dr.med.univ.