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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
Autismus-Spektrum-Störungen: Erkrankungsausprägungen und individuelle Therapieansätze
Kurzfassung
Laut neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zählt Autismus zur Gruppe der tiefgreifenden Entwicklungsstörungen und wird unter 10000 Menschen bei 60 bis 100 Fällen diagnostiziert. Die Betroffenen zeigen gegenüber gesunden Gleichaltrigen eine qualitative Abweichung im Bereich von wechselseitigen sozialen Interaktionen sowie Kommunikationsmustern. Außerdem ist die Erkrankung durch ein eingeschränktes, stereotypes, sich wiederholendes Repertoire an Interessen und Aktivitäten gekennzeichnet. Die wesentlichsten Ausprägungsformen der autistischen Störung sind frühkindlicher Autismus, Asperger-Syndrom, Atypischer Autismus, Rett-Syndrom und andere desintegrative Störungen des Kindesalters.
Nachdem die Symptome der Erkrankung in der Vergangenheit als rätselhaft, überirdisch und unbeeinflussbar eingestuft wurden, steht heutzutage fest, dass eine Therapie durchaus zu einer Besserung der Symptomatik führen kann. Doch Maßnahmen zur Vorbeugung von Autismus oder gar Interventionen, welche eine vollständige Heilung bewirken, sind bis heute nicht am Markt, da der Wissenschaft die Entdeckung der tatsächlichen Ursache autistischer Störungen noch nicht gelungen ist.
Im Vorfeld einer therapeutischen Intervention wird durch eine sorgfältige Diagnose untersucht, wie stark der Grad der Beeinträchtigung ist und welche Bedürfnisse und Kompetenzen des Kindes es zu fördern gilt. Unter den zahlreichen Behandlungsmöglichkeiten lassen sich bestimmte grundsätzliche Therapieansätze herauslesen, welche in verschiedenen therapeutischen Programmen optional zusammengestellt und gebündelt werden. Dabei ist der Erfolg der Intervention besonders groß und nachhaltig, wenn die Eltern im Zuge eines Elterntrainings im Umgang mit der Erkrankung geschult und als KotherapeutInnen ausgebildet werden.
Verhaltenstherapeutische Ansätze verfolgen einerseits das Ziel, konkrete Verhaltens- und Sprachprobleme von Menschen mit Autismus positiv zu beeinflussen. Andererseits wird beispielsweise durch zielgerichtete Strukturierung versucht, den Betroffenen ein selbstständiges Leben innerhalb einer Gesellschaft zu ermöglichen.
Programme der Sprach- und Kommunikationsförderung sollen die Betroffenen dazu befähigen, ihre eingeschränkte Fähigkeit, zu kommunizieren zu überwinden oder sich mittels gewisser Hilfestellungen ihrem Gegenüber mitzuteilen.
Gruppentherapeutische Ansätze basieren auf dem Grundgedanken, dass Autisten bei der gemeinsamen Durchführung alltäglicher Tätigkeiten in einer Kleingruppe ein Gespür für gesellschaftliche Verhaltensweisen entwickeln und somit ihre soziale Kompetenz steigern.
Pharmakologische Maßnahmen dienen der Linderung der Komorbiditäten und beeinträchtigenden Symptomatiken und können parallel zur therapeutischen Behandlung erfolgen. So ist es mittels Wirkstoffen beispielsweise möglich, Aggressionen, Angstzustände oder gewisse stereotype Verhaltensweisen abzuschwächen.
Ergänzende Maßnahmen können an die Grundtherapien angehängt werden, um die Förderung des Kindes zu unterstützen oder zu ergänzen. Beispiele hierfür sind sogenannte Social Stories, mittels welchen ein angemessenes Verhalten im sozialen Umfeld erlernt wird oder die Musiktherapie zur Sprachförderung.
Schlagwörter
Autismus; autistische Störung; tiefgreifende Entwicklungsstörung; Autismus-Spektrum-Störung; stereotype Verhaltensweisen; Therapie von Autismus; Multimodale Behandlung; Elterntraining; Verhaltenstherapie; Sprach- und Kommunikationsförderung; Gruppentherapie; Pharmakologische Maßnahmen, Ergänzende Maßnahmen
Anzahl Seiten
45
Publikationsjahr
2014
Volltext
Volltext downloaden
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Lex, Julia
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Lehrstuhl für Physiologie
Studium
UO 033 300 Bachelorstudium; Gesundheits- und Pflegewissenschaft  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Gries, Anna; Ao.Univ.-Prof. Dr.phil.
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