| Nosokomiale Infektionen bedeuten eine zusätzliche Belastung für bereits erkrankte PatientInnen. Doch nicht nur der erschwerte Heilungsprozess der Grunderkrankung und die gesteigerten Strapazen des Immunsystems sind Konsequenzen von nosokomialen Infektionen, sondern auch die damit verbundene Verlängerung des Krankenhausaufenthaltes. In weiterer Folge ergeben sich daraus massive Kosten für das gesamte Gesundheitssystem.
Grundsätzlich wird nur dann von einer nosokomialen Infektion gesprochen, wenn die Erkrankung nachweislich im Zusammenhang mit dem Krankenhausaufenthalt steht. Um den Infektionsmodus bestimmen zu können, ist es wichtig zu differenzieren, ob es sich um eine endogene oder exogene Infektionsquelle handelt. In Bezug auf die Risikofaktoren ist es von großer Bedeutung, zwischen prädisponierenden und expositionellen zu unterscheiden.
Harnwegsinfektionen sind jene infektiösen Entzündungen, welche am häufigsten während des Verweilens im Krankenhaus zu verzeichnen sind. Darunter wird eine Besiedelung der Harnwege mit Erregern im Laufe des stationären Aufenthaltes verstanden. Besonders der Einsatz transurethraler Blasenkatheter begünstigt das Auftreten von nosokomialen Harnwegsinfektionen.
Am zweithäufigsten treten postoperative Infektionen im Operationsgebiet auf, welche je nach anatomischer Lokalisation sowie nach Hygiene- und Schweregrad unterschiedlich kategorisiert werden. Die Gefahr der Erregerübertragung besteht sowohl während der Operation, als auch bei der nachträglichen Versorgung des Operationsgebietes.
Infektionen der unteren Atemwege stehen an dritter Stelle der häufigsten Krankenhausinfektionen. Auf Intensivstationen sind speziell beatmungsassoziierte Pneumonien keine Seltenheit, da die maschinelle Beatmung für Immunsupprimierte eine besondere Gefahr darstellt.
Ferner besteht das Risiko einer Septikämie, wobei die Letalität dieser Infektionsart verhältnismäßig hoch ist. Vor allem Zentralvenenkatheter und periphere Venenkatheter steigern die Wahrscheinlichkeit, an einer Septikämie zu erkranken.
Die Prävention der vier häufigsten nosokomialen Infektionen wird in erster Linie durch eine korrekte und regelmäßig durchgeführte Händedesinfektion des Personals erzielt, was nur mit einer angemessenen Personalausstattung möglich ist. Darüber hinaus trägt eine gezielte Schulung im Umgang mit den jeweiligen technischen Versorgungssystemen sowie mit den pflegerischen Vorgängen beträchtlich zur Infektionsprävention bei.
Wechselt der Fokus der Krankenhausleitlinien unter anderem auf diese Strategien zur Prävention, kommt es in weiterer Folge zur Senkung der nosokomialen Infektionsrate sowie der damit verbundenen erhöhten Mortalität. Zusätzlich wird eine massive Kosteneinsparung zugunsten des Gesundheitssystems bewirkt. |