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Medizinische Universität Graz    

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Bibliografische Informationen
 Der Wasser- und Elektrolythaushalt: Pflegerische Anforderungen bezüglich der Veränderungen im Alter  
 Der Wasser- und Elektrolythaushalt gehört zu den wichtigsten Systemen des Körpers.

Da unser Organismus zu zwei Dritteln aus Wasser besteht, ist es wichtig, den über den Tag durch körperliche Arbeit, Hitze, Schwitzen, salzhaltige Nahrung oder Krankheit entstehenden Verlust durch ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit wieder auszugleichen. Einer der wichtigsten Mechanismen der uns dabei hilft ist der Durst.

Die Aufgaben des Wassers in unserem Körper sind vielseitig. Es dient uns als Transportmittel, Baustoff, Reaktionspartner, Lösungsmittel und Wärmeregulator. Um diese zahlreichen und unterschiedlichsten Funktionen zu erfüllen, ist es über unseren gesamten Körper verteilt und wird so wie die Elektrolyte durch osmotische Druckgefälle in drei großen Hauptkompartimenten, dem Extra-, Intra- und Transzellulärraum im Gleichgewicht gehalten.

Elektrolyte sind zum Teil oder vollständig gelöste Salze, Säuren oder Basen. Je nach ihrer Ladung werden sie in Kationen und Anionen unterteilt. Bis auf Sulfat und Phosphat müssen alle Elektrolyte dem Körper regelmäßig durch die Nahrung zugeführt werden, da sie vom Körper nicht in großen Mengen gespeichert werden können. Um die Homöostase des Organismus zu erhalten, übernimmt nach der Aufnahme hauptsächlich die Niere die Regulation der Elektrolyte.

Störungen im Wasser- und Elektrolythaushalt entstehen dann, wenn das Gleichgewicht der Wasserverteilung oder Elektrolytkonzentration nicht mehr vorhanden ist. Obwohl es für solche Störungen viele Ursachen gibt, können sie grob in zu hohe oder zu niedrige Zufuhr, unnatürlich hohen Verlust und Schäden der Organe, die für die Regulation von Wasser und Elektrolyten verantwortlich sind, eingeteilt werden. Je nachdem welche Ursache die Störung hat, kann es in Folge zu einer Dehydratation, Hyperhydratation oder zu einem Überschuss oder Mangel an Kalzium, Kalium, Magnesium und Phosphat kommen.

Besonders ältere Menschen leiden sehr häufig an Störungen des Wasser- und Elektrolythaushaltes. Gründe für diese verstärkte Anfälligkeit sind zum einen physiologischer Natur, zum anderen aber auch veränderte Lebensumstände, Krankheiten und iatrogene Ursachen.

Besonders die altersbedingten Nierenveränderungen und das verminderte Durstgefühl haben schwerwiegende Auswirkungen. Dazu kommt noch, dass viele ältere Menschen einfach nicht daran gewöhnt sind, ausreichend zu trinken, oder es aufgrund von Ängsten verweigern.

Aber auch der Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten durch Krankheiten, die im Alter oft auftreten, ist groß und für einen älteren Menschen kaum selbstständig regulierbar. Dazu kommt, dass viele Menschen in höherem Alter eine Multimedikation bekommen. Wenn diese direkt auf den Wasser- und Elektrolythaushalt einwirkt oder die Dosierung nicht an die altersbedingten körperlichen Veränderungen angepasst wurde, kann dies zu schwerwiegenden Folgen, unter anderem auch zum Tod führen.

Aus diesem Grund ist es wichtig, besonders ältere Menschen dazu zu animieren, ausreichend zu trinken. Dies gelingt oft schon durch kleine Maßnahmen wie durch anregende Düfte, Geräusche oder auch durch visuelle Stimulation.

Es zeigt sich also, dass die Gründe für die Anfälligkeit für Störungen des Wasser- und Elektrolythaushaltes im Alter vielfältig sind und wie wichtig es ist, Kenntnisse über die Veränderungen im Alter zu haben und diese auch zu berücksichtigen. Nur so kann zukünftig dafür gesorgt werden, dass die Inzidenz von Wasser- und Elektrolytstörungen im Alter verringert wird.

 
 Wasserhaushalt, Elektrolyte, Altersveränderungen  
 56
 2014  
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Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Walter, Petra Carina
Betreuende Einrichtung / Studium
  Lehrstuhl für Physiologie
 UO 033 300 Bachelorstudium; Gesundheits- und Pflegewissenschaft  
Betreuung / Beurteilung
  Gries, Anna; Ao.Univ.-Prof. Dr.phil.