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Medizinische Universität Graz    

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Bibliografische Informationen
 Stress als Krankheitsauslöser  
 Stress hat bekanntlich viele Folgen und unterschiedliche Ursachen. Aufgrund der in der Bevölkerung zunehmenden Zahl der Erkrankungen infolge von Stress handelt es sich um ein gesellschaftlich wichtiges Thema. In diversen Disziplinen wie der Medizin, Verhaltensmedizin und Psychologie wird Forschung zum Phänomen Stress betrieben. Zuletzt rückte Stress in den Fokus der interdisziplinären Forschung, da die Konsequenzen sehr weitreichend sind und sowohl Körper als auch Geist und Psyche betreffen.

Diese Arbeit hat zum Ziel, einen Überblick über den derzeitigen Forschungsstand zu geben und etwaige Zusammenhänge hinsichtlich des Phänomens Stress aufzuzeigen. Dabei werden die physiologischen Grundlagen des Stress-Systems sowie Folgeerkrankungen und Dysregulationen sowohl aus physiologisch-medizinischer als auch aus psychologischer Sicht beschrieben, um die gestellten Forschungsfragen zu beantworten.

Aus der aktuellen Literatur geht hervor, dass Stress nicht nur entweder als ein rein physiologisches oder psychologisches Phänomen zu begreifen ist, sondern im Hinblick auf interdisziplinäre Zusammenhänge und Forschungsfelder wie die Psycho-Neuro-Endokrino-Immunologie zu verstehen ist. Demnach wird Stress als Anpassungsreaktion mit individuell generalisierten Verhaltensmustern als Reaktion auf einen aus der Umwelt stammenden Auslöser gesehen, um eine hervorgerufene Änderung der Befindlichkeit auszugleichen.

Die zweite Forschungsfrage beschäftigt sich mit der individuellen Stressreaktion und deren Auswirkungen. Aus der interdisziplinären Forschung sind mittlerweile drei Grundaussagen bekannt. Erstens reagieren Individuen auf dieselben Stressoren in gleichen Situationen unterschiedlich. Zweitens erfolgt nach Erfahrung der Stressoren immer eine Beurteilung oder Bewertung

durch das Individuum (die persönliche Wahrnehmung und Vorerfahrungen sind dabei entscheidend), wodurch diese individuelle Reaktion bedingt wird. Drittens sind die häufigsten Auslöser emotionaler und psychischer Natur. Es gibt mehrere Modelle, die diese individuelle Stressreaktion darstellen und erklären. Zu den wichtigsten zählen die Kognitive Theorie der Stressaktivierung, das Systemische Anforderungs-/Ressourcen-Modell und das Transaktionale Stressmodell. Bei allen drei Modellen spielt die Bewertung der Stressoren eine entscheidende Rolle, da sie Einstellungen und erlernte Verhaltensmuster aus früheren Erfahrungen widerspiegelt und dadurch die individuelle Reaktion erklärt.

Die dritte Frage zielt auf Dauerstress, chronische Stressbelastungen und deren Folgen für den Organismus ab. Eine wesentliche Erkenntnis ist, dass kurzzeitige Stressbelastungen durch häufige Wiederholung, fehlende Regeneration und Erholung sowie durch anhaltende Anspannung dauerhaft zu Langzeit-Belastungen führen, die dauerhafte Veränderungen im Organismus bewirken. Die dauerhaft hohen Konzentrationen der Stresshormone, besonders von Kortisol, führen zu den verschiedensten körperlichen Folgeerscheinungen und Dysregulationen, die in vielseitige, bleibende Erkrankungen münden können, da Stress über das Hormonsystem in fast alle Organe und Organsysteme des menschlichen Körpers regulatorisch eingreifen kann. Zuletzt stellte sich die Frage nach Methoden und Möglichkeiten der Stressreduktion, der Stressbewältigung und dem erfolgreichen Umgang mit Stress, um negative Folgen und Erkrankungen zu vermeiden. Basierend auf den verschiedenen Modellen von Stress und Stressreaktionen, gibt es unterschiedliche Ansätze.

Zusammenfassend kann man festhalten, dass Stress ein äußerst komplexes und verflochtenes Phänomen sowohl auf psychischer als auch physischer Ebene ist, das sich kurz- und langfristig auf vielfältige Weise auf den menschlichen Körper und die Psyche auswirkt. Aus diesem Grund sind ein bedachter Umgang mit Stress und entsprechende Ausgleichs-Mechanismen unerlässlich, um die psychische und physische Gesundheit sowie Leistungsfähigkeit zu erhalten.

 
 Stress; Bewältigung; Krankheit; Kampf-/Fluchtreaktion; interdisziplinär; Stressforschung;  
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Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Auer, Evelyne
Betreuende Einrichtung / Studium
  Lehrstuhl für Physiologie
 UO 033 300 Bachelorstudium; Gesundheits- und Pflegewissenschaft  
Betreuung / Beurteilung
  Gries, Anna; Ao.Univ.-Prof. Dr.phil.