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Medizinische Universität Graz    

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Bibliografische Informationen
 Retrospektive Analyse der tele-dermatologischen Konsultationen der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie  
 Hintergrund. Die Telemedizin hat sich in den vergangenen Jahrzehnten als ergänzendes Versorgungsmodell in der dermatologischen Betreuung von Patient*innen etabliert. Spätestens die COVID-19-Pandemie führte zu einer spürbaren Notwendigkeit, alternative Versorgungsmodelle zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund wurde an der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie Graz eine virtuelle Ambulanz als telemedizinisches Pilotprojekt implementiert. Die Intention bestand darin, trotz eingeschränkter Kontaktmöglichkeiten, die dermatologische Patient*innenversorgung aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Machbarkeit eines solchen Formats im universitären Versorgungskotext zu erproben.

Zielsetzung. Ziel dieser Arbeit war die systematische retrospektive Analyse der teledermatologischen Konsultationen niedergelassener Ärzt*innen, die im Rahmen der Pilotstudie „mug.telederm.at“ über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren erfasst wurden. Durch die Verwendung deskriptiver Kennzahlen sollten charakteristische Muster und Trends identifiziert sowie Stärken und Optimierungspotenziale herausgearbeitet werden.

Methoden. Im Rahmen dieser monozentrischen retrospektiven Analyse wurden Daten aus der webbasierten Applikation „mug.telederm.at“ ausgewertet. Der Beobachtungszeitraum erstreckte sich vom 12. Oktober 2020 bis zum 06. Dezember 2023. Eingeschlossen wurden ausschließlich vollständig dokumentierte Konsultationsanfragen niedergelassener Ärzt*innen, sodass ein finales Analysekollektiv von n = 1.055 Konsultationen resultierte. Unvollständige Anfragen sowie Einsendungen anderer Herkunft wurden von der Auswertung ausgeschlossen. Die in Freitextform vorliegenden Diagnoseangaben wurden im Rahmen der Datenaufbereitung systematisch den entsprechenden Codierungen der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10-GM) zugeordnet. Die statistische Auswertung erfolgte deskriptiv mittels IBM SPSS Statistics 28 sowie Microsoft Excel, mit Fokus auf absoluten und relativen Häufigkeiten.

Ergebnisse. Für die n = 1.055 ausgewerteten Konsultationen waren insgesamt 72 Zuweiser*innen verantwortlich, wobei n = 36 eine einmalige und n = 36 zwei oder mehr Anfragen stellten. Insgesamt zeigte sich, dass auf die sieben Zuweiser*innen mit den meisten Anfragen 75% aller Konsultationen zurückgingen. Niedergelassene Dermatolog*innen nutzten die Applikation mit großer Mehrheit zur Terminvereinbarung für stationäre oder tagesklinische Operationen, während niedergelassene Allgemeinmediziner*innen sich primär Zweitmeinungen einholten. Insgesamt wurden 96 verschiedene Diagnosen quantifiziert. Die vier häufigsten Diagnosegruppen waren „C44.- Sonstige bösartige Neubildungen der Haut“ (43,8%), „D22.- Melanozytennävus“ (11,6%), „C43.- Bösartiges Melanom der Haut“ (4,7%) und „L30.- Sonstige Dermatitis“ (4,5%). In der Subanalyse der häufigsten Diagnosen entfielen 92% der C44-Anfragen auf die Terminisierung operativer Eingriffe, während 90,2% der D22-Anfragen der Einholung einer Zweitmeinung dienten. Die altersspezifische Auswertung ergab, dass Patient*innen im Alter von 80-89 Jahren mit einem Anteil von 20,9% die größte Konsultationsgruppe darstellten. Ab dem 50. Lebensjahr dominierte „C44.- Sonstige bösartige Neubildungen der Haut“ als häufigste Konsultationsdiagnose, während unter 50 Jahren „D22.- Melanozytennävus“ überwog. Die mediane Antwortzeit in der Applikation betrug ca. 49 Stunden.

Schlussfolgerung. Die Ergebnisse dieser retrospektiven Analyse belegen die grundsätzliche Machbarkeit und den klinischen Nutzen einer teledermatologischen virtuellen Ambulanz im universitären Versorgungsbereich. Durch die Funktion als vorgeschaltetes Triagesystem ermöglicht die virtuelle Ambulanz eine gezielte Vorselektion, wodurch sowohl Terminambulanzen als auch Patient*innen selbst entlastet werden können. Das Potenzial teledermatologischer Second-Opinion-Anfragen, vorwiegend durch Allgemeinmediziner*innen, unterstreicht die Bedeutung zur Optimierung der Primärversorgung sowie Reduktion von Wartezeiten auf Facharztebene. Darüber hinaus leistet die virtuelle Ambulanz einen relevanten Beitrag zur onkologischen Sekundär- und Tertiärprävention, in dem es gerade bei der häufigsten Patientengruppe eine zeitnahe dermatologische Beurteilung ohne physische Vorstellung ermöglicht. Die kurzen Antwortzeiten in der Applikation bestätigen die Effizienz des Systems und sprechen für eine breite Implementierbarkeit vergleichbarer Modelle.

 
   
 
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Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Schmitz, Jasper Julius Ralph
Betreuende Einrichtung / Studium
  Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Hofmann-Wellenhof, Rainer; Ao.Univ.-Prof. Dr.med.univ.
  Arzberger, Edith Johanna; Univ. FÄ Priv.-Doz. Dr.med.univ.