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Medizinische Universität Graz    

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Bibliografische Informationen
 Neuroborreliose im Kindesalter - Eine klinische und epidemiologische Charakteristik von Patienten der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Graz von 2000 bis 2006 im Vergleich mit internationalen Daten  
 Einleitung: An der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Graz wurden die Daten aller Patienten, die im Zeitraum von Jänner 2000 bis Dezember 2006 stationär mit der Diagnose Neuroborreliose (NB) behandelt wurden, in einer retrospektiven Studie analysiert.

Methoden: Die Krankenakten aller Patienten, die als Entlassungsdiagnose die ICD-Diagnose Neuroborreliose hatten, wurden hinsichtlich ihrer epidemiologischen Daten, der klinischen Symptome und den durchgeführten Tests aus Serum und Liquor (CSF) untersucht.

Ergebnisse: Im beobachteten Zeitraum von sieben Jahren wurden 81 Patienten im Alter von 23 Monaten bis zu 16,1 Jahren (Mittelwert: 8,2 Jahre) stationär wegen NB behandelt. (Inzidenz: 6,7 / 100.000 Kinder u. Jugendliche)

59/81 (72,9%) Patienten wurden auf Grund der entsprechenden Klinik, einer vorhandenen Liquorpleozytose und entweder nachgewiesener intrathekaler Antikörperbildung (56/59; 94,9%) oder positiver Kultur aus dem CSF (1/59; 1,7%) oder beidem (1/59; 1,7%) als gesicherte Neuroborreliose klassifiziert. Bei einem Patienten konnte Borrelien-DNA mittels PCR im CSF gefunden werden (1/59, 1,7%). 20/81 (24,7%) hatten eine entsprechende Klinik, eine positive Borrelienserologie und eine Liquorpleozytose und wurden als wahrscheinliche NB klassifiziert. 2/81 (2,4%) Patienten hatten entweder borrelienspezifische IgM und/oder IgG Antikörper im Serum und wurden bei entsprechender Klinik und verweigerter Lumbalpunktion als mögliche NB klassifziert.

60/81 (76.5%) Patienten litten an einer Fazialisparese, 7/81 (8.6%) hatten Paresen anderer Hirnnerven (III, IV, VI) und 13/81 (16%) hatten rezidivierende Kopfschmerzen als Leitsymptom.

Diskussion: NB ist in Endemiegebieten eine häufige Erkrankung im Kindesalter. Das häufigste Symptom in dieser Altersgruppe stellt die Fazialisparese dar, gefolgt von rezidivierenden Kopfschmerzen. Bei Kindern mit rezidivierenden Kopfschmerzen und positiver Borrelienserologie sollte in Endemiegebieten ein weiteres diagnostisches Vorgehen in Erwägung gezogen werden.  
 Borreliose Neuroborreliose Kinder  
 65
 2011  
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Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Stuetz, Werner
Betreuende Einrichtung / Studium
  Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Zenz, Werner; Dr.med.univ.
  Zöhrer, Bettina; Dr.med.univ.