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Medizinische Universität Graz    

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Bibliografische Informationen
 Einfluss des Chimärismus auf die Entwicklung einer Graft-versus-Host-Disease: Retrospektive Analyse der Korrelation zwischen Chimärismus-Grad und GvHD-Risiko nach allogener Stammzelltransplantation  
 Zusammenfassung



Hintergrund

Die Graft-versus-Host-Disease (GvHD) stellt eine der schwerwiegendsten Komplikationen nach allogener hämatopoetischer Stammzelltransplantation (HSZT) bei pädiatrischen hämato-onkologischen Patient*innen dar. Der Chimärismus nach der Transplantation, welcher definiert ist als das gleichzeitige Vorhandensein von Spender*innen- und Empfänger*innenhämatopoese, gilt als wichtiger Marker der Immunrekonstitution. Der Zusammenhang zwischen dem Chimärismusgrad und dem Auftreten einer GvHD ist jedoch bislang nicht eindeutig geklärt.



Zielsetzung

Das Ziel dieser Arbeit war es, den Zusammenhang zwischen dem Grad des Chimärismus und dem Auftreten einer akuten und/oder chronischen GvHD bei pädiatrischen Patient*innen nach allogener HSZT zu untersuchen.



Methodik

In dieser retrospektiven Single-Center-Studie wurden pädiatrische Patient*innen eingeschlossen, die zwischen dem 01.01.2004 und dem 31.12.2024 an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Klinische Abteilung für Pädiatrische Hämato-Onkologie am LKH-Univ. Klinikum Graz eine allogene HSZT erhielten. Demografische und klinische Daten (u.a. Grunderkrankung, Transplantationsindikation, Spender*innenart, Konditionierungsregime und immunsuppressive Therapie) wurden aus dem Krankenhausinformationssystem erhoben. Der Chimärismusgrad wurde mittels Single-Nukleotid-Polymorphismus (SNP)-Analyse bestimmt. Die pseudonymisierten Daten wurden mithilfe deskriptiver Statistik sowie Korrelationsanalysen (SPSS) ausgewertet. Die Studienpopulation wurde in zwei Gruppen unterteilt: vollständiger Chimärismus (≥ 95 %) und gemischter Chimärismus (< 95 %). Zur Analyse des Zusammenhangs mit dem Auftreten einer GvHD wurde eine biseriale Korrelation berechnet.



Ergebnisse

Von insgesamt 96 transplantierten Patient*innen wurden 17 aufgrund unvollständiger Datensätze ausgeschlossen, sodass 79 Patient*innen in die Analyse eingeschlossen werden konnten. Bei 32 Patient*innen (40,5 %) trat im Verlauf eine akute und/oder chronische GvHD auf. Drei Patient*innen (3,80 %) verstarben während des Follow-ups, alle davon nach Auftreten einer GvHD.

Die biseriale Korrelationsanalyse des Chimärismusstatus und GvHD zeigte in der Gesamtkohorte signifikant positive Zusammenhänge an den Zeitpunkten Tag +30 (r = 0,400, p < 0,001), Tag +100 (r = 0,353, p = 0,002) sowie Tag +360 (r = 0,299, p = 0,009). In der Subgruppenanalyse der Patient*innen mit vollständigem Chimärismus bestätigte sich dieser Zusammenhang ebenfalls signifikant an Tag +30 (r = 0,462, p < 0,001), Tag + 60 (r = 0,282, p = 0,020), Tag + 100 (r = 0,400, p < 0,001) sowie an Tag +360 (r = 0,358, p = 0,003). In der Gruppe mit gemischtem Chimärismus hingegen konnte zu keinem Zeitpunkt eine signifikante Korrelation nachgewiesen werden.



Schlussfolgerung

Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass ein signifikanter Zusammenhang zwischen hohem Spender*innenchimärismus und dem Auftreten einer GvHD, insbesondere zu einem frühen posttransplantativen Zeitpunkt besteht. Ein besseres Verständnis der Dynamik des Chimärismus könnte zur Optimierung des posttransplantativen Monitorings beitragen, frühzeitige Interventionen ermöglichen und individualisierte immunsuppressive Therapiestrategien unterstützen, um die klinischen Ergebnisse bei pädiatrischen HSZT Empfänger*innen zu verbessern.

 
 Chimärismus, Graft-versus-Host-Disease, GvHD, allogene Stammzelltransplantation, Engraftment, Posttransplantations-Monitoring, Transplantationsimmunologie  
 
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 Kinderheilkunde
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Knauhs, Magdalena Maria
Betreuende Einrichtung / Studium
  Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Kohlfürst, Daniela; Univ. FÄ Mag.rer.nat. Dr.med.univ.
  Sperl, Daniela Ingrid; Univ. OÄ Priv.-Doz. Dr.med.univ.