Loading
Medizinische Universität Graz    

Meine Abschlussarbeiten - Publikationen

Diplomarbeit - Detailansicht

Wichtigste Meldungen anzeigenMeldungsfenster schließen
Bibliografische Informationen
 Perinatales Outcome und Komplikationen der intrauterinen Therapien bei monochorialen Zwillingen mit feto-fetalen Transfusionsproblemen (TTTS und TAPS).  
 Einleitung

In etwa 30% aller Zwillingsschwangerschaften teilen sich die beiden Feten eine gemeinsame Plazenta und werden daher als monochoriale Zwillinge bezeichnet. Typischerweise sind dabei Gefäßanastomosen vorhanden, welche die beiden fetalen Kreisläufe miteinander verbinden. Diese Verbindungen sind mitunter ein Grund, dass die Mortalitäts- und Morbiditätsrisiken gegenüber dichorialen Zwillingen (zwei getrennte Plazenten) erhöht sind. Als Komplikation ist dabei vor allem das feto-fetale Transfusionssyndrom (twin-to-twin transfusion syndrome, TTTS) zu nennen, welches bei rund 15% der monochorialen Gemini auftritt. Goldstandard und bislang einzige kausale Therapie des TTTS ist die intrauterine Lasertherapie. Eine weitere, aber seltenere Form der interfetalen Transfusion führt zu einem chronischen Blutverlust eines Zwillings und zur Blutüberladung des anderen Zwillings, was als twin anemia-polycythemia sequence (TAPS) bezeichnet wird und ebenfalls mittels Lasertherapie behandelt werden kann. In Situationen, wo eine Lasertherapie nicht möglich oder zielführend ist, kann ein selektiver Fetozid mittels Nabelschnurokklusion (cord occlusion, CO) erfolgen, um zumindest ein Kind zu retten. Perinatales Outcome und Komplikationen dieser Therapie sollen im Folgenden beschrieben und mittels retrospektiver Datenanalyse dargelegt werden.



Methoden

Retrospektive Analyse der an der Grazer Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe betreuten monochorialen Zwillingsschwangerschaften mit feto-fetalen Transfusionssyndromen. Die Datenerhebung erfolgte aus bestehenden Datenbanken PIA (ViewPoint) sowie Open MEDOCS. Informationen zu extern gebärenden Patientinnen wurden von den jeweiligen Krankenhäusern angefordert und übermittelt.

Ergebnisse

94,1% in die Studienpopulation eingeschlossenen monochorialen Schwangerschaften waren von isoliertem TTTS betroffen, 2,1% von TAPS und 3,2% von einem kombinierten Krankheitsbild aus TTTS und TAPS. Der überwiegende Anteil der intrauterinen Interventionen war die fetoskopische Laserablation (FLA) mit 86,2% (n=162), in 13,8% (n=26) wurde eine CO durchgeführt.



Das mittlere Gestationsalter zum Zeitpunkt der Intervention lag bei 20+4 SSW bei FLA und 20+0 SSW für CO. Die meisten TTTS- Fälle wurden den Quintero-Stadien II und III zugeordnet (insgesamt 74,3%).



Die Überlebensraten nach Geburt waren insgesamt hoch. In 92,0% wurde mindestens ein lebendes Kind geboren. Nach FLA bei TTTS (inklusive TTTS+TAPS Fällen) wurden in 69,2% zwei lebende Kinder geboren. Nach CO überlebte in 95,8% der verbleibende Zwilling.



Das mittlere Gestationsalter bei Geburt lag nach CO (34,5 SSW) höher als nach FLA (32,1 SSW). Das Intervall zwischen Intervention und Geburt lag im Mittel bei 77,5 Tagen. (11,1 Wochen)



Die perinatale Morbidität war insgesamt moderat, die häufigste Komplikation stellte das RDS (20,4%) dar. Mütterlicherseits war die häufigste Komplikation ein PPROM (26,1%)



In der TTTS-Gruppe die mit FLA behandelt wurde, kam es in 18,2% zu einem intrauterinen Fruchttod eines Zwillings und in 5,3% beider Zwillinge. Postinterventionell entwickelten 1,9% ein TAPS, 0,7% ein TTTS Rezidiv. In 2,9% wurde nach der FLA aufgrund von fetalen Komplikationen eine CO erforderlich.



Schlussfolgerung

Monochoriale Zwillingsschwangerschaften mit TTTS und TAPS sind mit erheblicher fetaler und perinataler Morbidität und Mortalität verbunden. Die fetoskopische Laserablation ist mit einer hohen Überlebensrate assoziiert.

Die Nabelschnurokklusion erwies sich als sinnvolle Strategie mit relevanten Überlebensraten des Co-Zwillings, wenn eine Laserablation nicht möglich oder nicht zielführend war. Die Ergebnisse dieser Arbeit stehen in guter Übereinstimmung mit bisherigen, internationalen Studien.

Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse die Bedeutung der frühzeitigen Diagnostik und Wichtigkeit der Versorgung und Nachbetreuung in spezialisierten Zentren.

Um langfristige neurologische Outcomes zu definieren, sind weitere Studien und eine bessere Nachverfolgung der Schwangeren notwendig.  
 Transfusionssyndrom;TTTS;TAPS;Intrauterine Therapie;Laserablation;Cord occlusion  
 
 –  
 Geburtshilfe
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Hofmann, Katharina
Betreuende Einrichtung / Studium
  Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Klaritsch, Philipp; Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ.
  Nanda, Manurishi; Dr.med.univ.