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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
Der Graz AF Risk Score zur Prädiktion von Vorhofflimmern beim kryptogenen Schlaganfall: eine prospektive Validierungsstudie
Kurzfassung
Einleitung: Okkultes Vorhofflimmern ist eine häufige, unentdeckte Ursache für einen embolischen Schlaganfall unklarer Genese (ESUS). Trotz standardisierter Basisabklärung stellen die Detektion sowie die Einleitung einer adäquaten Sekundärprophylaxe eine Herausforderung dar. Da ein verlängertes Rhythmusmonitoring mittels implantierbarem Loop-Recorder ressourcen- und kostenintensiv ist, wurden verschiedene Risikoscores, unter anderem der Graz AF Risk Score, entwickelt, um Patient*innen mit einem erhöhten Risiko für okkultes Vorhofflimmern zu identifizieren. Ziel dieser Studie war die externe Validierung des Graz AF Risk Scores im Hinblick auf seine diagnostische Leistungsfähigkeit.
Methoden: Im Rahmen einer prospektiven Studie wurde der Graz AF Risk Score an allen neurologischen Abteilungen in der Steiermark in den diagnostischen Ablauf integriert. Eingeschlossen wurden alle Patient*innen mit ESUS, die zwischen 2022 und 2024 stationär aufgenommen wurden. Nach einer standardisierten diagnostischen Abklärung wurde der Graz AF Risk Score erhoben und zur risikoadaptierten Steuerung des weiteren Rhythmusmonitorings eingesetzt. Das primäre Ziel der Studie war die Detektion von Vorhofflimmern bei Patient*innen mit ESUS. Sekundäre Ziele umfassten die Detektion von Vorhofflimmern in Abhängigkeit einer Loop-Recorder-Implantation, das Auftreten von kardiovaskulären Ereignissen sowie die Gesamtmortalität.
Resultate: Insgesamt wurden 784 Patient*innen eingeschlossen, das mediane Alter betrug 73 Jahre (IQR: 65–81) und 45,7% der Patient*innen waren weiblich. Bei 160 Patient*innen (20,4%) wurde in einem medianen Follow-Up-Zeitraum von 26,3 Monaten (IQR: 20–34) Vorhofflimmern diagnostiziert. Patient*innen mit einem Graz AF Risk Score von ≥ 4 Punkten wiesen ein höheres Risiko für die Detektion von Vorhofflimmern auf als Patient*innen mit einem Score < 4 Punkten (36,6% vs. 3,9%; p < 0,001). Der Graz AF Risk Score zeigte eine gute Diskriminationsfähigkeit (AUC = 0,79; 95%-KI: 0,76–0,83) sowie einen hohen negativen prädiktiven Wert (96,1%). Das Vorliegen eines Graz AF Risk Scores ≥ 4 ging zudem mit einem höheren Risiko für ein Schlaganfallrezidiv (13,1% vs. 4,6%; p < 0,001) einher.
Conclusio: Die externe Validierung dieser Studie bestätigte die diagnostische Leistungsfähigkeit des Graz AF Risk Scores in einer größeren Studienpopulation. Der Score konnte sowohl Patient*innen mit einem hohen Risiko für okkultes Vorhofflimmern und Schlaganfallrezidive als auch Patient*innen mit einer geringen Wahrscheinlichkeit für Vorhofflimmer-assoziierte Schlaganfallrezidive identifizieren.
Schlagwörter
kryptogener Schlaganfall; ESUS; Graz AF Risk Score; Vorhofflimmern
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Ruprechter, Tanja
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Neurologie
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Kneihsl, Markus; Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ. Dr.scient.med.
Mitbetreuer*in (intern)
Elbischger, Julian; Dr.med.univ.
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