Loading
Medizinische Universität Graz
Meine Abschlussarbeiten - Publikationen
Diplomarbeit - Detailansicht
Gehe zu
Betreute Abschlussarbeiten
Sprachversion
Deutsch (Sprache des Volltextes)
Englisch
Bibliografische Informationen
Titel
Outcome und Analyse von Valve-in-Valve-Transkatheter Aortenklappenimplantationen (ViV-TAVIs) an der Medizinischen Universität Graz
Kurzfassung
Hintergrund:
Die Aortenklappenstenose stellt eine häufige und weltweit relevante Herzklappenerkrankung dar, für deren Behandlung sowohl chirurgische als auch Transkatheter-basierte Therapieansätze zur Verfügung stehen. Im Rahmen des Aortenklappenersatzes werden zunehmend biologische Prothesen verwendet, da diese im Gegensatz zu mechanischen Klappenprothesen keine lebenslange Antikoagulation erfordern. Aufgrund der limitierten Haltbarkeit biologischer Prothesen und eines zunehmend jüngeren Patientenkollektivs gewinnt die Behandlung dysfunktionaler Bioprothesen in Form von Reinterventionen zunehmend an Bedeutung. Neben der offen-chirurgischen Reoperation stellt die minimalinvasive, Transkatheter-gestützte Valve-in-Valve-TAVI eine relevante Therapieoption dar. Trotz aktueller Therapieempfehlungen handelt es sich bei der ViV-TAVI um ein vergleichsweise junges Therapieverfahren, weshalb weiterhin zentrumspezifische und zentrumübergreifende Untersuchungen zu Therapieerfolg und Sicherheit erforderlich sind.
Ziel:
Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit war die Durchführung einer umfassenden retrospektiven Analyse der am LKH-Universitätsklinikum Graz durchgeführten Valve-in-Valve-TAVI-Eingriffe. Dabei sollten insbesondere der Therapieerfolg sowie die Sicherheit dieses Verfahrens evaluiert werden.
Methoden:
Es handelt sich um eine retrospektive, monozentrische Beobachtungsstudie am LKH-Universitätsklinikum Graz. Eingeschlossen wurden 41 Patient*innen, die anhand eines vom Klinikum bereitgestellten Interventionsregister identifiziert wurden. Es wurden demographische, klinische, interventionsbezogene sowie Outcome-spezifische Daten erhoben. Anschließend erfolgte eine statistische Auswertung der erhobenen Parameter mittels deskriptiver Statistik.
Ergebnisse:
Im untersuchten Patientenkollektiv betrug der durchschnittliche Zeitraum zwischen primärem Aortenklappenersatz und Reintervention 8,4 ± 3,9 Jahre. Das präoperative Risiko lag bei 11,65 ± 7,37 % (EuroSCORE II) bzw. bei 8,26 ± 4,21 % (STS-PROM-Score). Geringgradig häufiger wurden Prothesen der Firma Medtronic (Medtronic Inc., Minneapolis, MN, USA) implantiert, welche in 51,2 % der Fälle zum Einsatz kamen. Prothesen der Firma Edwards Lifesciences (Edwards Lifesciences, Irvine, CA, USA) wurden in 48,8 % der Fälle verwendet. Die Restenose der Bioprothese stellte mit 70,73 % die häufigste Ursache der Prothesendegeneration dar. Darüber hinaus reduzierten sowohl der primäre Aortenklappenersatz sowie der ViV-TAVI-Eingriff den mittleren transvalvulären Druckgradienten im Mittel um 34,2 bzw. 29,7 mmHg (p = 0,004 bzw. p < 0,001). Dies unterstreicht den hämodynamischen Therapieerfolg beider Interventionen.
Peri- und postinterventionell wurden bei 2,4 % des Kollektivs eine Blutung beobachtet. Es traten keine In-hospital-Schlaganfälle auf, jedoch erlitten im Follow-up 4,88 % der Patient*innen im Zeitraum von 2,01 bzw. 3,24 Jahren einen Schlaganfall. Eine postinterventionelle Schrittmacherimplantation war in 2,4 % der Fälle erforderlich, ein reversibles akutes Nierenversagen trat bei 7,3 % der Patient*innen auf. Neu diagnostizierte Linksschenkelblöcke wurden postinterventionell in 17,1 % der Fälle dokumentiert, während ein neu aufgetretenes Vorhofflimmern in 4,9 % der Patient*innen beobachtet werden konnte. Ein schweres patient-prosthesis-mismatch (PPM) lag bei 17,07 % und ein moderates PPM bei 29,27 % des Kollektivs vor. Die 30-Tages-Mortalität, die 1-Jahres-Mortalität sowie die Gesamtmortalität im Follow-up-Zeitraum betrugen jeweils 2,4 %.
Conclusio:
Anhand der signifikanten Reduktion der transvalvulären Druckgradienten konnte in dieser Arbeit ein hämodynamischer Therapieerfolg der ViV-TAVI gezeigt werden. Zudem wurden insgesamt niedrige Komplikations- und Mortalitätsraten beobachtet, was die Annahme einer hohen Sicherheit dieses Reinterventionsverfahrens unterstützt. Es bestehen jedoch aufgrund des kleinen Patientenkollektivs und des retrospektiven Studiendesigns Limitationen bezüglich der Aussagekraft der Ergebnisse. Weitere Studien mit größeren Patientenkollektiven und längeren Nachbeobachtungszeiträumen sind erforderlich, um insbesondere die Langzeitverläufe von ViV-TAVI-Eingriffen umfassend beurteilen zu können.
Schlagwörter
Valve-in-Valve-Transkatheter-Aortenklappenimplantation; ViV-TAVI; Aortenklappenstenose
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Bytyqi, Vjosa
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Innere Medizin
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Schmidt, Albrecht; Priv.-Doz. Dr.med.
Mitbetreuer*in (intern)
Mayer, Christian; Univ. FA Dr.med.univ.
Loading ...