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Medizinische Universität Graz    

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Bibliografische Informationen
 UV-Dermatoskopie zur Beurteilung der Begrenzungen in der präoperativen Diagnostik des Basalzellkarzinoms (BCC)  
 Hintergrund: Das Basalzellkarzinom (BCC) ist der häufigste maligne Hauttumor. Die präoperative Randbestimmung und Begrenzung sind für eine vollständige chirurgische Entfernung essentiell, da unvollständige Exzisionen mit positiven Schnitträndern (R1) zusätzliche Eingriffe erforderlich machen können. Die Dermatoskopie ist dabei ein etabliertes Verfahren zur Beurteilung von BCCs. Ein potenzieller Zusatznutzen durch die UV-Dermatoskopie für die präoperative Tumorbegrenzung ist bislang nur unzureichend untersucht. Ziel der vorliegenden Arbeit war die Überprüfung, ob BCCs mittels UV-Dermatoskopie präoperativ exakter begrenzt werden können als mittels konventioneller Dermatoskopie und ob diese Tatsache eine klinische Relevanz, insbesondere bei histologisch unvollständigen Exzisionen, haben könnte.

Material und Methoden: Es wurde hierfür eine retrospektive Beobachtungsstudie mit 49 histologisch gesicherten BCC-Läsionen, die im Zeitraum von 01.01.2024 bis 31.01.2025 operativ am Universitätsklinikum für Dermatologie und Venerologie am LKH-Universitätsklinikum Graz operiert wurden, durchgeführt. Für jede Läsion lagen vier standardisierte dermatoskopische Aufnahmen vor: 1) konventionell kreuzpolarisiert, 2) konventionell parallelpolarisiert, 3) UV kreuzpolarisiert und 4) UV parallelpolarisiert. Die Bilder wurden mit einem DermLite DL5 in Kombination mit einem iPad mini gemacht. Drei Gutachter mit unterschiedlichen dermatoskopischen Erfahrungsgraden (Experte, Assistenzarzt und Medizinstudent) begrenzten die Läsionen unabhängig voneinander auf den präoperativen Bildern. Mittels ImageJ wurden die Tumorflächen anschließend pixelbasiert bestimmt und schließlich mit einem eigens entwickelten Excel-Tool in mm² umgerechnet. Hierbei war der histopathologische Resektionsstatus (R0 vs. R1) als primärer Outcome definiert. Sekundäre Outcomes waren der Unterschied der präoperativ begrenzten Tumorflächen zwischen konventioneller und UV-Dermatoskopie, Einfluss des Polarisationsmodus sowie die Variabilität zwischen den Gutachtern mit unterschiedlicher dermatoskopischer Expertise. Eine explorative Subtypenanalyse und eine Subgruppenanalyse der R1-Läsionen wurden zusätzlich noch durchgeführt. Die statistische Auswertung erfolgte einerseits mittels deskriptiver Statistik sowie andererseits dem Wilcoxon signed-rank test bzw. dem Mann-Whitney-U-Test.

Ergebnisse: Über die Gesamtkohorte hinweg ergab die Begrenzung mittels UV-Dermatoskopie in fünf von sechs Observer-Polarisations-Kombinationen größere präoperativ begrenzte Tumorflächen als die konventionelle Dermatoskopie. Statistisch signifikant zeigten sich die Unterschiede für HW in beiden Polarisationsmodi, für SM ebenfalls in beiden Modi und für MZ zumindest im parallelpolarisierten Setting; einzig im kreuzpolarisierten Setting von MZ war die Begrenzung mittels konventioneller Dermatoskopie geringfügig größer. Im Hinblick auf den Polarisationsmodus zeigte sich unter konventioneller Dermatoskopie bei allen drei Observern eine signifikant größere Begrenzung im kreuzpolarisierten Setting. Keine signifikanten Unterschiede bestanden hingegen unter UV-Dermatoskopie. Eine Interobserver-Analyse zeigte mitunter klare beobachterabhängige Unterschiede: Im Mittel begrenzte HW am größten, MZ am kleinsten, SM lag meist dazwischen. 16 von den 49 Läsionen wiesen histopathologisch positive laterale Schnittränder auf (R1). Auch die Läsionen dieser klinisch relevanten Subgruppe wurden mittels UV-Dermatoskopie tendenziell größer begrenzt als unter konventioneller Dermatoskopie; signifikante Unterschiede fanden sich hierbei bei SM in beiden Polarisationsmodi und bei HW im parallelpolarisierten Setting. Keine signifikanten subtypeabhängigen Unterschiede ergab hingegen die explorative Analyse des histologischen Subtyps.

Schlussfolgerungen: Die vorliegenden Ergebnisse weisen darauf hin, dass UV-Dermatoskopie im Vergleich zur konventionelle Dermatoskopie bei BCCs generell zu einer breiteren präoperativen Tumorbegrenzung führt. Diese Tendenz zeigte sich schließlich auch bei Läsionen mit histologisch positiven Resektionsrändern. Somit könnte es einen potenziellen klinischen Nutzen in der präoperativen Operationsplanung geben. Unter konventioneller Dermatoskopie beeinflusste der Polarisationsmodus die Tumorbegrenzung signifikant, unter UV-Dermatoskopie konnte diese Tatsache jedoch nicht beobachtet werden. Gleichzeitig zeigen die Daten, dass die Begrenzung wesentlich von einer gewissen individuellen Interpretation abhängt. Die vorliegende Studie liefert damit Hinweise darauf, dass die UV-Dermatoskopie tatsächlich eine sinnvolle Ergänzung der präoperativen BCC-Beurteilung darstellen, es sind jedoch aufgrund des retrospektiven Designs und der begrenzten Fallzahl der Studie prospektive Studien erforderlich, um den tatsächlichen Einfluss auf die Rate von Nachresektionen zu validieren.  
 Basalzellkarzinom; BCC; Dermatologie; Dermatoskopie; UV-Dermatoskopie; UVFD; Universitätsklinikum für Dermatologie und Venerologie; LKH-Universitätsklinikum Graz  
 
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 Dermatologie
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Mestel, Sebastian Josef
Betreuende Einrichtung / Studium
  Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Hofmann-Wellenhof, Rainer; Ao.Univ.-Prof. Dr.med.univ.
  Kränke, Teresa Maria; Univ. FÄ Dr.med.univ.