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Medizinische Universität Graz    

Meine Abschlussarbeiten - Publikationen

Diplomarbeit - Detailansicht

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Bibliografische Informationen
 Psychoimmunologische Grenzflächen - Eine systematische Analyse von Barrieremarkern in Menschen mit depressiven Störungen  
 Hintergrund: Depressive Störungen stellen ein zunehmendes globales Gesundheitsproblem dar, wobei die Zahlen voraussichtlich bis 2030 weiter ansteigen werden. Da sich präventive und therapeutische Strategien hauptsächlich auf psychotherapeutische Interventionen und Antidepressiva konzentrieren, untersuchen neuere Studien das Potential des Darmmikrobioms in der Behandlung von Patienten mit Depressionen. In den letzten zehn Jahren sind das Darmmikrobiom, die Darmbarriere und die Blut-Hirn-Schranke zu einem Schwerpunkt von Untersuchungen zu ihrer möglichen Beteiligung bei depressiven Störungen geworden. Um diese Zusammenhänge zu entschlüsseln könnten Biomarker ein diagnostisches Tool darstellen, das eine indirekte Beurteilung der Funktion und Integrität von Barrieren ermöglicht und die komplexe Pathophysiologie depressiver Störungen weiter aufzuklären vermag.



Zielsetzung: Das Ziel dieser systematischen Übersichtsarbeit ist es, den aktuellen Stand der Wissenschaft zu den Biomarkern FABP2, FABP7 und GFAP, sowie ihre möglichen Zusammenhänge mit depressiven Störungen und Symptomschwere darzulegen und zusammenzufassen.



Methodik: Eine systematische Literatursuche nach den PRISMA Richtlinien wurde im September 2024 durchgeführt. PubMed, Embase, Web of Science und Google Scholar wurde nach Primärstudien durchsucht, die einen der drei Biomarker; FABP2, FABP7 oder GFAP, in Personen mit Depressionen und einer gesunden Kontrollgruppe untersuchen. Die Newcastle-Ottawa Skala für Fall-Kontroll-Studien wurde zur Qualitäts- und Bias-Risikoeinschätzung der eingeschlossenen Studien verwendet. Aufgrund der Heterogenität der Studien wurde eine narrative Synthese durchgeführt.



Ergebnisse: Diese Übersichtsarbeit hat Querschnitt- und Fall-Kontroll-Studien eingeschlossen. Insgesamt erfüllten zehn Studien die vordefinierten Einschlusskriterien und wurden in die systematisch Übersichtsarbeit aufgenommen. Von diesen untersuchten sechs Studien GFAP Konzentrationen und vier Studien erfassten FABP2 Serum Konzentrationen. Es wurde keine den Einschlusskriterien entsprechende Studie für FABP7 gefunden. Insgesamt umfasste die Untersuchung von FABP2 234 Personen mit einer depressiven Störung und 166 gesunde Kontrollen. Die Studien zu GFAP umfassten insgesamt 339 Personen mit einer depressiven Störung und 218 gesunde Kontrollen. Die Ergebnisse für FABP2 waren konsistent und zeigten positive Zusammenhänge mit depressiven Störungen, während die Ergebnisse für GFAP inkonsistent waren. Fünf Studien untersuchten zusätzlich mögliche Zusammenhänge mit der Schwere der Symptome und lieferten heterogene Ergebnisse. Eine Studie untersuchte FABP2 Level und suizidales Verhalten und zeigte positive Zusammenhänge.



Diskussion und Schlussfolgerung: Die Limitationen dieser systematischen Übersichtsarbeit bestehe in einer begrenzten Anzahl von passenden Studien mit insgesamt relativ kleiner Stichprobengröße und einem Fehlen longitudinaler Studien. Die Ergebnisse dieses Reviews zeigten eine relevante Forschungslücke für FABP7 auf. Des Weiteren deuten die Ergebnisse für FABP2 auf Zusammenhänge mit depressiven Störungen hin, die die Rolle der Darmbarriere bei Depressionen unterstreichen. Es wurde kein eindeutiger Zusammenhang zwischen Symptomschwere und FABP2 als auch GFAP gefunden. Die Ergebnisse zu GFAP in Bezug auf mögliche Zusammenhänge mit Depressionen waren nicht schlüssig. Weitere Forschung, die sich auf Subgruppen depressiver Störungen und spezifische klinische Merkmale konzentriert, erscheint sinnvoll.

 
   
 
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Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Meyer, Sarah Niloufar
Betreuende Einrichtung / Studium
  Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Leal Garcia, Sabrina; Research Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ. Dr.scient.med.
  Wagner-Skacel, Jolana; Univ.-Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ.