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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
Maxillo-Mandibuläres Advancement (MMA) bei Patientinnen und Patienten mit obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) Eine retrospektive Analyse der Therapieeffizienz an der Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie an der Meduni Graz und dem Klinikum Wels-Grieskirchen
Kurzfassung
Einleitung: Das obstruktive Schlafapnoesyndrom gilt als die häufigste schlafbezogene Atmungsstörung. Weltweit wird die Anzahl an betroffenen Personen auf über 900 Millionen geschätzt. Die Standardtherapie ist die kontinuierliche positive Überdruckbeatmung („Continuous Positive Airway Pressure“, CPAP). Diese ist hocheffektiv, allerdings wird sie nicht von allen an obstruktiver Schlafapnoesyndrom-Erkrankten toleriert. Eine Vielzahl an chirurgischen Interventionen zur Therapie des obstruktive Schlafapnoesyndroms wurden etabliert.
Diese Studie untersucht die Therapieeffizienz des Maxillo-Mandibulären Advancement, der Vorverlagerung des Ober- und Unterkiefers, und der damit verbundenen Erweiterung des hinteren Rachenraums.
Material und Methoden: Die Studienpopulation dieser retrospektiven Datenanalyse besteht aus Patientinnen und Patienten, welche im Zeitraum von 2000 bis 2022 aufgrund eines obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms an der Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie im Universitätsklinikum Graz und im Klinikum Wels-Grieskirchen mittels MMA-Operation behandelt wurden. Es wurden 29 Personen (5 weiblich, 24 männlich) im Alter von 24 bis 59 Jahren eingeschlossen. In der deskriptiven Analyse wurden Geschlecht, Alter, BMI, AHI präoperativ, AHI postoperativ, Veränderung des AHI (Differenz präoperativ - postoperativ), PAS präoperativ, PAS postoperativ, Veränderung des PAS (Differenz postoperativ – präoperativ), KFO-Behandlung und Art der OP (Bimax vs Bimax + Kinn) erhoben. Weiters wurde in den Dokumentationen recherchiert, ob klinisch eine subjektive Verbesserung der Symptomatik erreicht wurde, beziehungsweise ob im Verlauf ein Rezidiv auftrat. Es wurde zudem überprüft, ob eine Korrelation zwischen den oben genannten Parametern besteht.
Ergebnisse: Es zeigte sich bezüglich des postoperativen AHI-Wertes weitgehend eine deutliche Verbesserung mit einer durchschnittlichen Reduktion des AHI um 25,87 wobei es hier eine große Schwankungsbreite (minimale Veränderung 0,80; maximale Veränderung 64,80) in der Studienpopulation gibt. Initial führte die Operation auch bei fast allen Patientinnen und Patienten (90%) zu einer subjektiven Verbesserung der Schlaf- und Lebensqualität. In einigen Fällen (21%) kam es jedoch im Verlauf zu einer neuerlichen Zunahme der OSAS-Symptomatik, welche eine Wiedereinleitung konservativer Therapiemaßnahmen erforderte. Eine Korrelation zwischen der Veränderung des PAS und der Veränderung des AHI-Wertes konnte nicht nachgewiesen werden.
Diskussion: Die Ergebnisse dieser Studie entsprechen der vorliegenden Literatur. Es bestätigte sich eine initial hohe Effektivität des MMA bei OSAS. Zu beachten ist jedoch die Rezidivrate von 21%. Es wären insbesondere die Langzeitergebnisse des MMA als Therapie bei OSAS von Interesse, um die Häufigkeit und Ausprägung von Rezidiven besser beurteilen zu können. Da es sich bei dieser Arbeit um eine retrospektive Datenauswertung handelt, konnten nur die vorhandenen postoperativen Schlaflaborbefunde ausgewertet werden. Die Rezidivrate könnte höher sein als angenommen.
Insgesamt gibt es nur wenig Literatur mit mehrjährigen postoperativen Kontrolluntersuchungen im Schlaflabor. Folgestudien in prospektivem Design wären notwendig, um die Langzeitstabilität des MMA bei OSAS besser beurteilen zu können. So könnten in vorab definierten Zeiträumen Follow-up-Untersuchungen im Schlaflabor durchgeführt werden. Dies würde die Aussagekraft der Daten erhöhen und die Rate an „lost to follow-up“ verringern.
Schlagwörter
Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom, Maxillo-Mandibuläres Advancement, OSAS, MMA, Polysomnografie, AHI
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Sachgebiete
Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Steininger, Christoph; Dr.med.univ.
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Medizinische Universität Graz
Studium
UO 203 Zahnmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Zemann, Wolfgang; Univ.-Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ. Dr.med.dent.
Mitbetreuer*in (intern)
Steyer, Gernot; Univ. FA Dr.med.univ. Dr.med.dent.
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