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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
Vergleich der intraoperativen Schmerzausschaltung zwischen der intraligamentären Anästhesie und der Leitungsanästhesie des N. alveolaris inferior bei Zahnextraktionen im Unterkieferseitenzahnbereich Eine kontrollierte Pilotstudie
Kurzfassung
Hintergrund
Diese Diplomarbeit soll eine fachliche Diskussion hinsichtlich der Anwendung der intraligamentären Anästhesie (ILA) als Alternative zur Leitungsanästhesie des N. alveolaris inferior (IANB) bei Einzelzahnextraktionen im Unterkieferseitenzahnbereich bieten. Das Ziel der in diesem Rahmen durchgeführten Pilotstudie war es, zu untersuchen, ob die intraoperative Schmerzausschaltung mittels ILA vergleichbar mit dem herkömmlichen Vorgehen des IANB ist.
Methoden
Die randomisiert kontrollierte Studie wurde monozentrisch an der Universitätsklinik für Zahn- und Mundgesundheit Graz an der Abteilung für Orale Chirurgie und Kieferorthopädie abgehalten. Im Rahmen der Durchführung der Studie kam es zur Extraktion von Unterkieferprämolaren und -molaren bei 13 Studienteilnehmer*innen. Als Hauptzielgröße wurde der intraoperative Extraktionsschmerz, welcher anhand der visuellen Analogskala (VAS) dokumentiert wurde, definiert. Ferner wurden die intraoperativen Einstichschmerzen, die Anästhesiequalität, die subjektive Anästhesiedauer, der postoperative Schmerzmittelkonsum, der Verlauf der Schmerzen, Schwellung und Blutung über den Beobachtungszeitraum von sieben Tagen, sowie das Auftreten von postoperativen Komplikationen anhand der klinischen Untersuchung, aufgezeichnet. Nach der Extraktion mittels der randomisiert zugeteilten Anästhesiemethode wurden der Einstich- und Extraktionsschmerz dokumentiert. Im Anschluss an die Extraktion wurden die Patient*innen angehalten, über den Zeitraum von sieben Tagen, bis zur finalen Kontrolluntersuchung, ihre Schmerzmitteleinnahme und das subjektive Empfinden von postoperativen Schmerzen, Schwellung und Blutung anhand eines VAS-Fragebogens zu notieren. Im Rahmen der finalen Kontrolluntersuchung wurden die Fragebögen eingesammelt und eine klinische Untersuchung hinsichtlich postoperativer Komplikationen durchgeführt.
Ergebnisse
Sieben Extraktionen wurden mittels dem IANB durchgeführt, die sechs Weiteren mittels der ILA-Methode. Unter den extrahierten Zähnen befanden sich ein Prämolar, drei erste Molaren, drei zweite Molaren und sechs dritte Molaren. Drei der 13 Zähne wurden operativ entfernt. In fünf Fällen war eine Nachinjektion erforderlich. Die Extraktion konnte bei allen Teilnehmer*innen durchgeführt werden.
Bezugnehmend auf die Einstichschmerzen während der Verabreichung der zugeteilten Methoden konnte ein statistisch signifikanter Unterschied festgestellt werden (p=0,039), welcher auf die vergleichsweise niedrigen VAS-Werte der ILA-Gruppe zurückzuführen ist. Im Gegensatz dazu, konnte bei den Extraktionsschmerzen kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Gruppen gefunden werden (p=0,213).
Das durchschnittliche subjektive Anästhesieempfinden lag bei der IANB-Gruppe bei 2,4 Stunden und bei der ILA-Gruppe bei 1,2 Stunden, wodurch sich ein statistisch signifikanter Unterschied feststellen ließ (p=0,048). Hinsichtlich der postoperativ erfassten Schmerzen (p≥0,656), Schwellung (p≥0,133) und Blutung (p≥0,349) konnte ebenfalls kein statistisch signifikanter Unterschied über den Verlauf der sieben Tage aufgezeichnet werden.
Die durchschnittliche Schmerzmitteleinnahme war in der ILA-Gruppe geringfügig höher. Ein Patient der IANB-Gruppe litt unter postoperativen Schmerzen im Bild einer Dolor-Post-Symptomatik, bei einem Patienten der ILA-Gruppe wurde die „Rötung der perialveolären Mukosa“ vermerkt. Bei den verbleibenden Patient*innen konnten keine klinischen Entzündungszeichen nachgewiesen werden.
Conclusion
Die Nullhypothese, welche besagt, dass es keinen Unterschied hinsichtlich der Extraktionsschmerzen beider Gruppen gibt, konnte durch die t-Test Berechnung für zwei unabhängige Stichproben vorübergehend bestätigt werden. Um die Alternativhypothese endgültig verwerfen zu können, bedarf es der Durchführung einer weiteren Studie mit einer größeren Teilnehmer*innenanzahl. Entsprechend der vorläufigen Fallzahlplanung für eine zukünftige Nicht-Unterlegenheitsstudie, wären 24 Patient*innen pro Gruppe notwendig, um endgültige Aussagen, basierend auf weiteren statistischen Berechnungen, treffen zu können. Die aktuellen Studienergebnisse decken sich mit der bisher vorhandenen Vergleichsliteratur.
Klinische Relevanz
Bestätigen sich die aktuellen Studienergebnisse in einer zukünftigen Nicht-Unterlegenheitsstudie könnte eine klare Empfehlung für die Anwendung der intraligamentären Anästhesie bei der Extraktion einzelner Unterkieferprämolaren und -molaren ausgesprochen werden.
Schlagwörter
Lokalanästhesie; Extraktionsschmerz; Unterkieferseitenzahnbereich
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Spitaler, Hannah Clarissa
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Zahnmedizin und Mundgesundheit
Studium
UO 203 Zahnmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Sommer, Sarah; Univ. ZÄ Dr.med.univ. Dr.med.dent.
Mitbetreuer*in (intern)
Jakse, Norbert; Univ.-Prof. Dr.med.univ. Dr.med.dent.
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