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Medizinische Universität Graz    

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Bibliografische Informationen
 Analyse der Mundgesundheit von pflegebedürftigen Wachkomapatient*innen Eine Querschnittsstudie an der Albert Schweitzer Klinik Graz  
 Zusammenfassung



Hintergrund

Wachkomapatient*innen sind aufgrund schwerer Bewusstseins- und Funktionsbeeinträchtigungen in hohem Maß pflegeabhängig. Da orale Beschwerden, Schmerzen oder funktionelle Einschränkungen häufig nicht zuverlässig kommuniziert werden können, kommt der Sicherstellung der Mundgesundheit bei dieser Patient*innengruppe eine besondere Bedeutung zu. Eine unzureichende Mundgesundheit kann nicht nur lokale Folgen wie Karies, parodontale Erkrankungen, Schleimhautveränderungen oder Infektionen verursachen, sondern auch funktionelle und systemische Komplikationen, beispielsweise eine Aspirationspneumonie durch Aspiration oraler Keime, begünstigen. Ziel dieser Diplomarbeit war es, eine Ist-Analyse der Mundgesundheit von Wachkomapatient*innen an der Albert Schweitzer Klinik Graz durchzuführen.



Material und Methoden

Im Rahmen einer monozentrischen Querschnittsstudie wurden im Zeitraum von September bis Dezember 2025 an fünf Untersuchungsterminen zahnmedizinische Daten auf der Wachkomastation der Albert Schweitzer Klinik Graz erhoben. Von insgesamt 19 Patient*innen konnten 17 Patient*innen nach entsprechender Aufklärung und vorliegender Einwilligung der gesetzlichen Vertreter*innen in die Studie eingeschlossen werden. Erfasst wurden zahnmedizinische Parameter wie der DMFT-Index, PGU-Werte und orale Candidose sowie allgemeinmedizinische und pflegerische Parameter, darunter Alter, Geschlecht, BMI, CRP, HbA1c, Aufenthaltsdauer, EFA-Scale und CRS-R.



Ergebnisse

Die Stichprobe umfasste 11 männliche und 6 weibliche Patient*innen. Die Mundhygiene wurde in der untersuchten Stichprobe nahezu ausschließlich im Rahmen der pflegerischen Versorgung durchgeführt. Die orale Untersuchung im Rahmen der Studie war bei 16 von 17 Patient*innen durchführbar. Die zahnmedizinischen Befunde zeigten eine deutliche Heterogenität, insbesondere hinsichtlich des DMFT-Index und der PGU-Werte. Bei den allgemeinmedizinischen Parametern lagen die HbA1c-Werte nahezu aller Patient*innen im Normbereich, während die CRP-Werte eine deutliche Streuung aufwiesen. Explorative Korrelationsanalysen zeigten signifikante positive Zusammenhänge zwischen dem mittleren PGU-Wert und dem Alter sowie zwischen dem mittleren PGU-Wert und DMFT-Index. Zwischen dem mittleren PGU-Wert und dem CRP-Wert zeigte sich kein signifikanter Zusammenhang. Zusätzlich zeigte sich bei 6 von 15 ausgewerteten Abstrichen ein positiver Candida-Nachweis.



Schlussfolgerung

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Mundgesundheit bei Wachkomapatient*innen individuell unterschiedlich ausgeprägt ist und von verschiedenen Faktoren abhängt. Aufgrund der geringen Fallzahl und des explorativen Studiendesigns können keine generalisierenden oder kausalen Aussagen abgeleitet werden. Die Untersuchung zeigt jedoch, dass regelmäßige zahnmedizinische Kontrollen bei dieser Patient*innengruppe grundsätzlich durchführbar und essentiell sind. Mundgesundheit sollte bei Wachkomapatient*innen als wesentlicher Bestandteil der pflegerischen Versorgung betrachtet werden. Eine strukturierte Mundpflege sowie eine enge interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Pflege, Medizin und Zahnmedizin sind dabei von besonderer Bedeutung.

 
 Mundgesundheit; Wachkoma; Pflege  
 
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Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Maurer, Rebecca
Betreuende Einrichtung / Studium
  Universitätsklinik für Zahnmedizin und Mundgesundheit
 UO 203 Zahnmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Jakse, Norbert; Univ.-Prof. Dr.med.univ. Dr.med.dent.
  Harrer-Bantleon, Elisabeth; Dr.med.dent.