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Medizinische Universität Graz    

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Bibliografische Informationen
 Parvovirus B19-Infektion in graviditate: Eine retrospektive Studie zu Inzidenz, pränatalen Komplikationen, fetalen Therapien und fetalem Outcome an der Klinischen Abteilung für Geburtshilfe der Medizinischen Universität Graz (2013–2024)  
 Einleitung: Parvovirus B19-Infektionen in der Schwangerschaft können zur fetalen Anämie führen. Potenziell schwerwiegende fetale Folgen sind Hydrops fetalis, die Notwendigkeit intrauteriner Transfusionen sowie ein intrauteriner Fruchttod. Insbesondere nach dem Abklingen der COVID-19-Pandemie wurde international ein Anstieg maternaler Parvovirus B19-Infektionen beobachtet. Vor diesem Hintergrund erfolgte eine Analyse klinischer Daten an der Klinischen Abteilung für Geburtshilfe der Medizinischen Universität Graz mit dem Ziel, aktuelle regionale Erkenntnisse zum Auftreten von Parvovirus B19-Infektionen in der Schwangerschaft zu gewinnen.



Methoden: Es wurde eine retrospektive Studie durchgeführt, in der klinische Daten aus dem Zeitraum von 01/2013 bis 06/2024 analysiert wurden. Untersucht wurden die Inzidenz maternaler Parvovirus B19-Infektionen mit zeitlicher Unterteilung in einen präpandemischen (01/2013–12/2019), pandemischen (01/2020–12/2022) und postpandemischen Zeitraum (01/2023–06/2024) sowie das Auftreten fetaler Komplikationen, stratifiziert nach dem Zeitpunkt der maternalen Infektion, und die Notwendigkeit intrauteriner Transfusionen. Zusätzlich wurde das postnatale Outcome der betroffenen Feten erhoben und bewertet.



Ergebnisse: In die Analyse wurden 25 Schwangerschaften mit insgesamt 26 Feten eingeschlossen. Die Gesamtinzidenz maternaler Parvovirus B19-Infektionen betrug 0,50 pro 1.000 betreute Schwangerschaften. Präpandemisch lag die Inzidenz 0,26 ± 0,36 Fällen pro 1.000 Schwangerschaften (Mittelwert ± Standardabweichung), während im pandemischen Zeitraum keine Fälle dokumentiert wurden. Postpandemisch zeigte sich ein deutlicher Anstieg auf 2,73 ± 1,24 Fälle pro 1.000 Schwangerschaften. Parvovirus B19-assoziierte pränatale Komplikationen (Anämie, Aszites, Pleuraerguss, Perikarderguss, Hautödem, Hydrops fetalis, Myokarditis, Kardiomegalie, hydropische Plazenta, intrauteriner Fruchttod) traten bei 9 von 26 Feten (34,6 %) auf. Ein Hydrops fetalis wurde in 3 Fällen (11,5 %) beobachtet. Ein intrauteriner Fruchttod (3,8 %) trat auf, wobei in diesem Fall retrospektiv unklar blieb, ob pränatal ein Hydrops fetalis vorlag, da die Dokumentation der pränatalen Befunde hierzu unvollständig war. Komplikationen traten häufiger nach maternaler Infektion vor der 20. Schwangerschaftswoche auf (50 % vs. 25 %). Eine intrauterine Transfusion aufgrund fetaler Anämie (ACM-Vmax > 1,5 MoM) war bei 4 Feten (15,4 %) erforderlich.



Schlussfolgerungen: Diese retrospektive Analyse zeigt einen deutlichen postpandemischen Anstieg von Parvovirus B19-Infektionen in der Schwangerschaft und unterstreicht die Relevanz einer frühzeitigen Diagnostik sowie einer engmaschigen Überwachung bei maternaler Parvovirus B19-Infektion, insbesondere vor der 20. Schwangerschaftswoche.  
 Parvovirus B19; fetale Anämie; retrospektive Studie  
 
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Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Maunz, Christoph
Betreuende Einrichtung / Studium
  Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Klaritsch, Philipp; Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ.
  Jauch, Sarah Francesca; Univ. FÄ Dr.med.