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Medizinische Universität Graz    

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Diplomarbeit - Detailansicht

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Bibliografische Informationen
 Der Vergleich von schulärztlichen Diensten im deutschsprachigen Raum - Deutschland, Österreich und Schweiz  
 HINTERGRUND: Der schulärztliche Dienst spielt eine zentrale Rolle in der Förderung und Erhaltung der Gesundheit von Schüler*innen. Er umfasst Vorsorgeuntersuchungen, Früherkennung von Erkrankungen und gesundheitliche Beratung, bewertet ergonomische und hygienische Schulbedingungen und unterstützt präventives Verhalten sowie die psychische Gesundheit. In Deutschland, Österreich und der Schweiz bestehen dabei unterschiedliche Ausprägungen und Zuständigkeiten des schulärztlichen Dienstes.

METHODEN: Die zentrale Fragestellung lautet: „Wie unterscheiden sich die schulärztlichen Dienste an öffentlichen Schulen während der Schulzeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz hinsichtlich Struktur, Aufgaben und Organisation?“, Basierend auf den Ergebnissen einer fokussierten Literaturrecherche (November 2024 bis Juni 2025) wurden - angelehnt an die Dimensionen des Primary Care Monitoring System (PC Monitor) - drei Struktur- (Governance, wirtschaftliche Bedingungen, Entwicklung der Arbeitskräfte) und vier Prozessdimensionen (Zugang, Kontinuität, Koordination, Umfang der Versorgung) extrahiert und deskriptiv miteinander verglichen.

ERGEBNISSE: In allen drei Ländern existieren schulärztliche Dienste, die neben der Durchführung von Untersuchungen auch beratende, präventive und edukative Aufgaben übernehmen. In Österreich zeigt sich ein bundesweit einheitliches System mit jährlichen Untersuchungen der Schüler*innen, wodurch eine langjährige Kontinuität erreicht wird. In Deutschland sind die Untersuchung der Schulanfänger*innen und die detaillierte, anonymisierte Gesundheitsberichterstattung die herausragenden Tätigkeiten. Das System in der Schweiz ist kantonal organisiert und heterogen: Kantone und Gemeinden tragen verschiedenste Organisations- und Finanzierungsmodelle (behördlich, privat, hybrid), wodurch Aufbau, Umfang und Inhalte der schulärztlichen Versorgung regional stark variieren.

FAZIT: Schulärztliche Leistungen variieren sehr stark zwischen den Ländern. Eine sinnvolle Perspektive könnte in der Entwicklung eines hybriden Modells schulärztlicher Versorgung bestehen: Einheitliche nationale Mindeststandards für Aufgaben, Qualitätsanforderungen und Berichtswesen kombiniert mit regionaler (kantons-/ bundeslandweiter) Umsetzungshoheit, die lokale Bedürfnisse, Ressourcen und Organisationsstrukturen berücksichtigt. Dieses Modell würde Vergleichbarkeit, Evidenzorientierung und Schutzstandards gewährleisten, zugleich verbliebe ausreichend Gestaltungsraum für praxisnahe Anpassungen und Innovationsprojekte vor Ort.  
 Schulärztlicher Dienst; school health service; DACH-Länder  
 
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Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Granitzer, Hanna
Betreuende Einrichtung / Studium
  Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Siebenhofer-Kroitzsch, Andrea; Univ.-Prof. Dr.med. MBA
  Steinböck, Maria; Sen.Lecturer Dr.med.univ.