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Medizinische Universität Graz
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Sprachversion
Deutsch
Englisch (Sprache des Volltextes)
Bibliografische Informationen
Titel
Retrospektive Outcome-Analyse nach operativer Behandlung idiopathischer Skoliosen mit einer spezifischen Pedikelschrauben/Stabkonstruktion
Kurzfassung
Hintergrund: Bei schweren idiopathischen Skoliosen ist die chirurgische Behandlung mit dorsaler Korrekturspondylodese unter Verwendung eines Pedikelschrauben-Stab-Systems eine etablierte Therapie, um die achsengerechte Stellung der Wirbelsäule wiederherzustellen und eine Progression der skoliotischen Krümmung zu stoppen. Aktuelle Literatur deutet darauf hin, dass ein spezifisches Implantsystems nicht die erwartete Stabilität aufweist, was zu einem als „Axial Rod Slip“ bezeichneten Phänomen führen kann.
Ziel: Ziel dieser Analyse war es, die erreichte Korrektur bei Patienten mit schwerer idiopathischer Skoliose anhand von Röntgenbildern zu untersuchen und die Häufigkeit sowie das Ausmaß von ARS nach der Verwendung einer spezifischen Pedikelschrauben-Stab-Konstruktion zu erheben, unter Berücksichtigung möglicher Risikofaktoren und postoperativem Korrekturverlust.
Methoden: Diese retrospektive Outcome Analyse umfasste 44 Patient:innen mit schwerer idiopathischer Skoliose, die an der Abteilung für Orthopädie und Traumatologie der Medizinischen Universität Graz mit dem „Mesa2 deformity system“ behandelt wurden. Es wurden eine Vielzahl an röntgenologischen Parameter der Wirbelsäulenkrümmung gemessen und Patientencharakteristika mittels medizinischen Informationssystem der Klinik erhoben und dokumentiert. Anschließend wurden die Daten auf Signifikanz der erreichten Skoliosekorrektur sowie Häufigkeit und Ausmaß von ARS zwischen der postoperativen Röntgenaufnahme und einer Follow-up Röntgenaufnahme analysiert.
Ergebnisse: Die erreichte Korrekturrate des Hauptkrümmungswinkels betrug 64±16% mit einer signifikanten Reduktion des Cobb-Winkels um durchschnittliche 40±13° (p < 0,001). Die Korrekturrate der AVT lag bei 64±20% mit einer signifikanten mittleren Reduktion von 32,7±14,7mm (p < 0,001). In 11 Fällen (25%) wurde ein klinisch relevanter ARS festgestellt, mit einer durchschnittlichen Länge von 2,5±1,5mm an der kaudalen rechten und 2,5±2,0mm an der kaudalen linken Stabmessung. Ein LIV im Bereich der Lendenwirbelsäule war mit einer signifikant höheren ARS-Rate assoziiert (p=0,005; OR: 0,074; 95%CI 0,008-0,644).
Schlussfolgerung: Diese Studie zeigt, dass die dorsale Korrekturspondylodese mittels Pedikelschrauben-Stab-Konstruktion eine erfolgreiche und sichere Behandlung der schweren idiopathischen Skoliose darstellt, mit hoher Korrekturrate der Wirbelsäulenkrümmung sowie der AVT. Die Prävalenz von ARS am kaudalen Ende der Konstruktion war zwar hoch, jedoch ließen sich in der Gruppe mit ARS vermutete Konsequenzen wie ein größerer Korrekturverlust über die Zeit nicht beobachten. Weitere Forschung zu ARS und dessen Konsequenzen ist erforderlich, um mehr Rückschlüsse auf Ursachen und Folgen zu ziehen. Bis dahin müssen Chirurgen individuell entscheiden, ob eine Anpassung der im Rahmen der Korrekturspondylodese angewandten Technik und/oder dem verwendeten Implantsystem angezeigt ist.
Schlagwörter
Idiopathische Skoliose; dorsale Korrekturspondylodese; Pedikelschrauben-Stabkonstruktion; Axialer Rod Slip;
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Lienbacher, Manuel
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Medizinische Universität Graz
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Ferlic, Peter; Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ. PhD.
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