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Meine Abschlussarbeiten - Publikationen

Diplomarbeit - Detailansicht

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Bibliografische Informationen
 Pharmakologische und biomedizinische Strategien zur Reduktion kornealer Narbenbildung nach Verletzungen und Infektionen Eine Evidenzbetrachtung konventioneller Anwendungsmittel und ein Ausblick auf neue Behandlungsansätze  
 Die Regeneration von Hornhautverletzungen ist ein komplexer Prozess, der mit Narbenbildung einhergehen kann. Korneale Narben zählen weltweit zu den führenden Ursachen vermeidbarer Erblindung (1). Eine fibrotische Wundheilung kann die hochorganisierte kollagene Architektur des Hornhautstromas stören und zu einer Sehverschlechterung führen. Die Wiederherstellung der Transparenz durch eine geordnete extrazelluläre Matrix erweist sich als therapeutisch anspruchsvoll. Die große Diskrepanz zwischen der Verfügbarkeit von Hornhautspendern und dem klinischen Bedarf verstärkt das Interesse an innovativen Behandlungsansätzen (2). Diese Übersichtsarbeit befasst sich mit den zellbiologischen und molekularen Grundlagen der kornealen Narbenbildung, nimmt eine Evidenzbetrachtung konventioneller Therapeutika vor und beleuchtet alternative Perspektiven mit potenzieller Bedeutung für zukünftige Behandlungsstrategien. Zu diesem Zweck erfolgte eine strukturierte Literaturrecherche in wissenschaftlichen Datenbanken unter Berücksichtigung von Leitlinien, systematischen Reviews sowie klinischen und präklinischen Studien. Im etablierten Therapiespektrum zeigen topische Kortikosteroide, Mitomycin C und die Amnionmembrantransplantation präventive Effekte in frühen Heilungsphasen, sind jedoch in ihrer Wirksamkeit und Anwendbarkeit begrenzt. Neuartige Ansätze weisen eine große Vielfalt auf, befinden sich jedoch überwiegend noch in frühen Entwicklungs- und Evaluationsphasen. Topisches Losartan rückt vermehrt in den klinischen Fokus, wobei frühe Studien auf günstige Ergebnisse hinweisen. Über pharmakologische Ansätze hinaus werden biomedizinische Strategien, einschließlich gentherapeutischer, proteinbasierter sowie zell- und matrixbasierter Therapien, intensiv erforscht, wobei sich die bisherige Evidenz überwiegend auf präklinische Modelle stützt. Die geringe Bioverfügbarkeit am Auge verbleibt ein zentraler limitierender Faktor, der insbesondere bei nicht-pharmakologischen Konzepten an Relevanz zunimmt. Zukünftige Entwicklungen erfordern daher angepasste Applikationsstrategien und Delivery-Systeme, um eine kontrollierte und zielgerichtete Wirkstoffzufuhr im kornealen Kontext zu gewährleisten.  
   
 
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Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Paura, Marcel
Betreuende Einrichtung / Studium
  Lehrstuhl für Pharmakologie
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Luschnig, Petra; Priv.-Doz. Mag. Dr.rer.nat.