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Medizinische Universität Graz    

Meine Abschlussarbeiten - Publikationen

Dissertation - Detailansicht

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Bibliografische Informationen
 Behandlung der venösen Thromboembolie mit direkten oralen Antikoagulanzien bei übergewichtigen und adipösen Patient*innen  
 Hintergrund: Venöse Thromboembolien (VTE) sind eine häufige Erkrankung, insbesondere bei Patient*innen mit Adipositas, da Übergewicht selbst einen bedeutsamen Risikofaktor darstellt. Direkte orale Antikoagulanzien (DOACs) sind die bevorzugte Therapie, jedoch basieren verfügbare Daten zur Anwendung bei adipösen Patient*innen auf Körpergewicht oder Body-Mass-Index (BMI), ohne die Körperzusammensetzung zu berücksichtigen.

Ziele: Die prospektive, monozentrische, Pilot-Querschnittsstudie BIARIVA untersuchte, inwiefern die Körperzusammensetzung die Gerinnungsparameter bei VTE-Patient*innen mit einem breiten BMI-Spektrum unter einer Antikoagulationstherapie mit den oralen Faktor-Xa-Inhibitoren Rivaroxaban oder Edoxaban beeinflusst.

Methoden: Geeignete Patient*innen wurden anhand des BMI in verschiedene Kategorien eingeteilt: Gruppe I = BMI 18–25 kg/m², Gruppe II = BMI 30–35 kg/m², Gruppe III = BMI >35 kg/m². Die Körperzusammensetzung, bestehend aus Fettmasse (FM) und fettfreier Masse (FFM), wurde mit zwei verschiedenen Bioimpedanzanalyse (BIA)-Systemen bestimmt. Die erhobenen Gerinnungsparameter umfassten die Anti-Faktor-Xa-Aktivität und die Plasmakonzentrationen, jeweils zum Tal- und Spitzenspiegel sowie die absolute Zunahme der Antikoagulationsaktivität. Als primärer Endpunkt wurde der Zusammenhang zwischen Körperzusammensetzung und Gerinnungsparametern definiert und mittels Korrelationsanalyse analysiert.

Ergebnisse: Für die finale Analyse wurden 36 Patient*innen in der Rivaroxaban-Gruppe und 35 Patient*innen in der Edoxaban-Gruppe berücksichtigt. Die zentrale Erkenntnis in der BIARIVA-Studie war eine signifikante negative Korrelation in der Edoxaban-Gruppe zwischen der absoluten FFM und den Spitzen-Plasmakonzentrationen (BIA-Methode 1: rs = -0,439, p = 0,008; BIA-Methode 2: rs = -0,431, p = 0,010) und der absoluten Zunahme der Plasmakonzentration vom Tal- zum Spitzenspiegel (BIA-Methode 1 und 2: rs = -0,446, p = 0,007). In der Rivaroxaban-Gruppe wurden keine signifikanten Korrelationen zwischen Körperzusammensetzung und Gerinnungsparametern gefunden.

Schlussfolgerung: Die BIARIVA-Studie legt nahe, dass die Körperzusammensetzung spezifische Gerinnungsparameter bei Patient*innen unter Antikoagulation mit Edoxaban beeinflussen könnte. Zur definitiven Klärung der Rolle der Körperzusammensetzung in diesem Kontext und potenzieller klinischer Konsequenzen sind weitere Studien erforderlich.  
 Antikoagulation; direkte orale Antikoagulanzien; Rivaroxaban; Edoxaban; venöse Thromboembolie; Lungenembolie; tiefe Venenthrombose; Körperzusammensetzung; Adipositas;  
 
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 Angiologie
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Kurzmann-Gütl, Katharina; Dr.med.univ.
Betreuende Einrichtung / Studium
  Universitätsklinik für Innere Medizin
 UO 790 202 Dr.-Studium der medizin. Wissenschaft; Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Gary, Thomas; Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ.
  Raggam, Reinhard Bernd; Priv.-Doz. Dr.med.univ.
  Rabensteiner, Jasmin; Priv.-Doz. Dr.med.univ. Dr.scient.med.
  Toplak, Hermann; Univ.-Prof. Dr.med.univ.