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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
Retrospektive Studie über Herzklappenersatz mit der Medtronic Avalus Aortenklappenprothese in Pulmonalisposition und chirurgisch "challenging" Rekonstruktion des rechtsventrikulären Ausflusstraktes bei komplexen kongenitalen Vitien
Kurzfassung
Hintergrund: Angeborene Herzfehler, insbesondere die Tetralogie- sowie Pentalogie von Fallot, erfordern häufig Rekonstruktionen der Pulmonalklappe, der Pulmonalarterie und des rechtsventrikulären Ausflusstrakts. Eine erhebliche chirurgische Herausforderung stellt die Entwicklung einer sekundären Pulmonalinsuffizienz dar. Die dadurch progrediente Rechtsherzinsuffizienz macht einen Pulmonalklappenersatz notwendig. Hierzu können Klappenprothesen, Homografts und Xenografts verwendet werden, welche einer progredienten Degeneration ausgesetzt sind. Derzeit befindet sich eine neue Generation von biologischen Aortenklappenprothesen am Markt, die mit dem Ziel entwickelt wurden, künftige kathetergestützte Valve-in-Valve (ViV) durch modulierbare Prothesenringe und Radiomarkierungen zu erleichtern. Da dieses Therapiekonzept des interventionellen Klappenersatzes bei struktureller Degeneration auch in die Pulmonalklappenposition übertragen werden kann, wurden an unserem Zentrum ausgewählte Patient*innen mit diesen Prothesen versorgt. Diese Arbeit analysiert unsere postoperativen Ergebnisse retrospektiv.
Methodik: In dieser retrospektiven Fallserie wurden Kinder und Erwachsene mit chirurgisch korrigierten Fallot-Tetralogien, sowie -Pentalogien untersucht, bei welchen im Zeitraum von 2017 bis 2019 am Universitätsklinikum Graz ein Pulmonalklappenersatz indiziert war. Die Korrektur des rechtsventrikulären Ausflusstrakts (RVOT), wurde mit einer bovinen Medtronic Avalus™-Bioprothese, sowie einer Dacron-Prothese (Gelwaeve Vaskutek), durchgeführt. Die klinischen Daten wurden anhand der ereignisfreien Zeit ausgewertet und zudem erfolgte eine Analyse ausgewählter dopplerbasierter Messungen, des NT-proBNP, sowie der NYHA-Klassifikation.
Ergebnisse: Insgesamt erhielt zehn Patient:innen (6 männlich, 4 weiblich), mit mittleren Alter von 17 Jahre ± 8.98, eine Medtronic Avalus™-Prothese im Rahmen einer komplexen Rekonstruktion des RVOT. Dabei wurden Klappengrößen zwischen 19 mm und 25 mm (Ø23mm) verwendet. Das mittlere Follow-Up belief sich auf 5.42 Jahre ± 1.2 (2.64-6.49) und es lag eine 30-Tage Mortalität von 0%, eine 3-Jahres Mortalität von 10% und eine 5-Jahres Mortalität von ebenfalls 10% vor. Das ereignisfreie Überleben war 100% nach 30 Tagen, 90% nach 3 Jahren und 80% nach 5 Jahren. In den 2 Fällen von Pentalogien von Fallot traten Ereignisse ein, einmal ein nicht-klappenabhängiger Tod und eine Re-Intervention. Bis auf 2 Patient:innen (20%) mit NYHA-Klassifikation 1-2, konnte bei allen nach 5 Jahren verbleibenden Patient:innen sechs Fällen (60%) eine NYHA-Klasse 1 festgestellt werden. Die mittleren und maximalen transvalvulären Gradienten waren 5 Jahre postoperativ um 45% bzw 46% vermindert. Anhand der Parameter NT-proBNP und der TAPSE (tricuspid annular plane systolic excursion) konnte eine Regeneration der rechtventrikulären Funktion nachgewiesen werden.
Schlussfolgerung: Die Medtronic Avalus™-Prothese bei RVOT-Rekonstruktionen zeigt nach 5 Jahren Follow-Up zufriedenstellende retrospektive Ergebnisse. Prospektiv müssen genauere Vergleiche zwischen konventionellen Homografts und Bioprothese betrachtet werden.
Schlagwörter
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Sachgebiete
Herzchirurgie
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Scheidl, Markus
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Chirurgie
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Knez, Igor; Ao.Univ.-Prof. Dr.med.univ.
Mitbetreuer*in (intern)
Mouritane, Sami; Dr.med.univ.
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