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Medizinische Universität Graz
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Sprachversion
Deutsch
Englisch (Sprache des Volltextes)
Bibliografische Informationen
Titel
Nicht-pharmakologische Interventionen zur Behandlung von ADHS im Erwachsenenalter Eine narrative Literaturübersicht mit besonderem Schwerpunkt auf körperliche Aktivität und Training
Kurzfassung
Einleitung Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wird zunehmend auch bei Erwachsenen anerkannt und behandelt. First-line-Therapie sind Stimulantien. Für diese sind kurz-bis mittelfristig eine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit nachgewiesen, jedoch sind Langzeitdaten rar. Es besteht ein großer Bedarf an nichtmedikamentösen Therapien für ADHS bei Erwachsenen als Ergänzung sowie als Alternative zur medikamentösen Therapie. Körperliches Training (physical exercise, PE) wurde noch kaum für Erwachsene mit ADHS untersucht. Es gibt jedoch zunehmend Belege für seine Wirksamkeit bei anderen psychiatrischen Störungen, wie Depressionen, Angststörungen und ADHS bei Kindern und Jugendlichen. Die vorliegende narrative Literaturübersicht untersucht drei nicht-pharmakologische Interventionen: kognitive Verhaltenstherapie (KVT), achtsamkeitsbasierte Interventionen (ABI) und PE.
Methoden PubMed und Google Scholar wurden nach Studien aus dem Zeitraum zwischen 2010 und Dezember 2025 durchsucht. Zu KVT und ABIs wurden ausschließlich RCTs mit Erwachsenen mit einer ADHS-Diagnose eingeschlossen. Zu PE wurden Studien nach den selben Kriterien bevorzugt. Aufgrund der geringen Zahl verfügbarer RCTs wurden jedoch auch andere Studiendesigns und breitere Populationen eingeschlossen, und als ergänzende Evidenz berücksichtigt. Primärer Endpunkt waren ADHS-Kernsymptome. Sekundäre Endpunkte waren unter anderem exekutive Funktionen, Komorbiditäten und Lebensqualität. Eine narrative Synthese der Ergebnisse wurde durchgeführt.
Ergebnisse Insgesamt wurden 24 Studien eingeschlossen: zehn RCTs zu KVT, sechs RCTs zu ABIs und acht Studien unterschiedlicher Designs zu PE. Sowohl für KVT als auch für MBIs gab es Hinweise auf eine Wirksamkeit zur Verbesserung der ADHS-Kernsymptome. Bei PE erschwerte die hohe Heterogenität der Studien die Identifizierung möglicher Effekte. Die Evidenz für alle drei Interventionen war begrenzt durch hohe Heterogenität der Kontrollgruppen und der Ergebnismaße, methodische Limitationen und kleine Stichproben.
Diskussion Es liegen Hinweise für die Wirksamkeit von KVT und ABIs als Therapien für ADHS bei Erwachsenen vor, jedoch bestehen noch Unsicherheiten hinsichtlich der Evidenz. Trotz einiger vielversprechender Daten zu PE können aufgrund der Limitationen keine eindeutigen Schlussfolgerungen gezogen werden. Es besteht Bedarf an weiteren Studien hoher Qualität und strikter wissenschaftlicher Methodik, insbesondere zu PE.
Schlagwörter
ADHS; Erwachsene; Körperliche Aktivität; Körperliches Training; Physical exercise; Psychotherapie; Kognitive Verhaltenstherapie; KVT; Achtsamkeit; MBCT; Nicht-pharmakologische Therapien
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Resch, Georg Lukas
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Reininghaus, Eva; Univ.-Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ.et scient.med. MBA
Betreuer*in (extern)
Schmiedhofer, Franziska; Dr.med.univ.
Mitbetreuer*in (intern)
Lenger, Melanie; Priv.-Doz. Dr.rer.nat.
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