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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
Tryptophan-Kynurenin Pathway vor und nach probiotischer Therapie bei Patient*innen mit Depression
Kurzfassung
Hintergrund: Der Tryptophan-Kynurenin-Stoffwechsel ist in den letzten Jahren zu einem beliebten Forschungsthema geworden und mehrere Studien haben sich bereits mit unterschiedlichen Aspekten dieses Stoffwechselweges beschäftigt. Ein Zusammenhang zwischen dem Kynureninspiegel und erhöhter Entzündung im Körper konnte festgestellt werden. Diese Diplomarbeit möchte im Rahmen einer Studie herausfinden, ob der Tryptophan-Kynurenin-Stoffwechsel durch die Einnahme von Probiotika beeinflusst wird und dadurch bei Patient*innen mit Depressionen eine Veränderung der Symptome bewirkt.
Methoden: An der Studie nahmen 43 depressive Patient*innen und 43 gesunde Kontrollpersonen teil. Die Intervention der Studie bestand aus der Einnahme eines Multispezies-Probiotikums morgens und abends für drei Monate. Zusätzlich gab es vier Studienvisiten, bei drei Visiten erfolgten Blutabnahmen, um die Auswirkungen der Intervention zu analysieren. Der Kynureninsäurespiegel und weitere Parameter wurden mit speziellen Labormethoden ermittelt und mit den verschiedenen Studienzeitpunkten verglichen. Der Einfluss auf die depressive Symptomatik wurde mit psychologischen Fragebögen beurteilt.
Ergebnisse: Es konnte keine signifikante Veränderung der Kynurenin- und Kynureninsäurewerte nach dreimonatiger Einnahme eines Multispezies-Probiotikums bei depressiven Proband*innen und gesunden Kontrollpersonen im Vergleich zur Placebobehandlung beschrieben werden (p > .05). Eine signifikante Veränderung der Kynureninsäure zeigte sich zwischen der Depressionsgruppe und der Kontrollgruppe in Bezug auf den Faktor Time (p = .017). Diese Veränderung kann nicht mit der Probiotika- Einnahme in Verbindung gebracht werden. Auch die anderen Parameter wie Tryptophan, TMAO und LPA zeigten keine signifikanten Veränderungen. Psychometrisch nahmen die BDI-Werte (F(2.52,151.20) = 14.95, p < .001, η2ₚ = .200) und die HAMD-Werte (F(3,195) = 7.40, p < .001, η2ₚ = .102) in beiden Gruppen, unabhängig von der Intervention, über die Zeit signifikant ab. Für den PSQI-Gesamtscore wiederum ergab sich eine signifikante Interaktion zwischen Zeit und Probiotikum (F(2.54,145.00) = 2.89, p = .046, η2ₚ = .048).
Diskussion: In dieser Stichprobe modulierte die dreimonatige Einnahme eines Multispezies- Probiotikums den Tryptophan-Kynurenin-Stoffwechsel nicht. Die beobachtete Reduktion depressiver Symptome trat unabhängig von der Intervention auf und könnte unspezifische Effekte oder begleitende Behandlungen widerspiegeln. Das Probiotikum war jedoch mit einer Verbesserung der Schlaflatenz über die Zeit verbunden. Künftige Studien sollten definierte Bakterienstämme prüfen und größere Stichproben sowie längere Beobachtungszeiträume einbeziehen. Bis belastbare evidenzbasierte Empfehlungen vorliegen, kann eine probiotische Behandlung als ergänzende Option bei Depressionen erwogen werden.
Schlagwörter
Tryptophan-Kynurenin Pathway;Darmmikrobiom;Probiotika;Depression
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Sallmutter, Marie-Therese
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Leal Garcia, Sabrina; Research Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ. Dr.scient.med.
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