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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
Zink-, Kupfer- und Carnitinmangel bei kritisch kranken Patient*innen auf der Intensivstation mit Nierenersatztherapie Eine narrative Literaturübersicht mit praxisnaher Handlungsableitung für das ernährungstherapeutische Assessment
Kurzfassung
Hintergrund: Kontinuierliche Nierenersatzverfahren (CKRT) können zum Verlust essenzieller Mikronährstoffe beitragen. Kritisch kranke Patient*innen weisen jedoch bereits ein erhöhtes Risiko für Mikronährstoffdefizite auf. Die Evidenz zu Zink, Kupfer und Carnitin sowie deren klinischer Relevanz ist bislang uneinheitlich. Ziel dieser Arbeit war es, den Einfluss von CKRT auf den Status von Zink, Kupfer und Carnitin bei erwachsenen kritisch kranken Patient*innen im ICU-Setting zusammenzufassen und eine Handlungsableitung für das ernährungstherapeutische Assessment zu entwickeln.
Methodik: Es wurde ein narrativer Literaturreview mit systematischem Vorgehen durchgeführt. Die Literaturrecherche erfolgte in MEDLINE, Embase, CINAHL und Cochrane Library sowie ergänzend durch Handsuche, Studienregister und KI-gestützte Recherche. Die methodische Qualität der eingeschlossenen Studien wurde mithilfe der JBI-Appraisal-Tools beurteilt.
Ergebnisse: Die Analyse umfasste 18 Studien. CKRT war mit messbaren Verlusten von Zink, Kupfer und insbesondere Carnitin assoziiert. Zudem zeigte sich bereits vor CKRT-Beginn eine hohe Prävalenz von Mikronährstoffdefiziten. Die konsistenteste Evidenz fand sich für Carnitin, während die Ergebnisse für Kupfer moderat und für Zink heterogen ausfielen. Hinweise bestanden auf Zusammenhänge zwischen Mikronährstoffmängeln und klinischen Zeichen wie Hypertriglyceridämie, ICU-acquired weakness und verzögerter Beatmungsentwöhnung, ohne dass kausale Zusammenhänge abgeleitet werden können. Basierend auf der Literatur wurde eine Handlungsableitung für das ernährungstherapeutische Assessment entwickelt.
Schlussfolgerung: CKRT sollte nicht als alleinige Ursache von Mikronährstoffmängeln betrachtet werden, sondern als zusätzlicher Risikofaktor in einer komplexen intensivmedizinischen Situation. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung eines erweiterten ernährungstherapeutischen Assessments und verdeutlichen die Diskrepanz zwischen den verfügbaren Primärdaten und den bislang begrenzten Leitlinienempfehlungen. Weitere prospektive Studien sind erforderlich.
Schlagwörter
Kontinuierliche Nierenersatztherapie, Intensivmedizin, Mikronährstoffmangel, Zink, Kupfer, Carnitin, Ernährungstherapie
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Schmid, Samantha Dominique; BSc BFH
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Innere Medizin
Studium
UO 999 004 Universitätslehrgang (ao. MA); Angewandte Ernährungsmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Kirsch, Alexander; Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ. PhD.
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