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Medizinische Universität Graz    

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Bibliografische Informationen
 Beeinflusst die Peritonealdialyse die Volumenbestimmung mittels Bioimpedanzanalyse?  
 Hintergrund: Bei der Peritonealdialyse kommt es aufgrund des Füllvolumens zu einem intraabdominellen Druckanstieg. Ein solcher Druckanstieg führt zu einem venösen Rückstau und folglich auch zu einem Anstieg des zentralvenösen Drucks. In dieser Studie wird untersucht, ob die Peritonealdialyse Flüssigkeitsverschiebungen aus den Beinen in zentralvenöse Kreisläufe beeinträchtigt und ob dadurch die Volumenbestimmung mittels Bioimpedanzanalyse beeinflusst wird.



Methoden: Unsere Untersuchungen liefen im Rahmen eines standardisierten peritonealen Äquilibrationstests (PET) in Rückenlage ab. Es wurde der Volumenstatus mittels Bioimpedanzanalyse (BCM®, Fresenius Medical Care, Deutschland) bei leerer Bauchhöhle, nach Instillation von 2 L Dialysat (Physioneal 2,27%, Baxter Healthcare) sowie nach einer zweistündigen Verweilzeit ermittelt. Für jeden Messzeitpunkt erfolgten die Bioimpedanz Messungen sowohl in Ganzkörperkonfiguration (Hand-zu-Fuß Messung) als auch in segmentaler Konfiguration (Fuß-zu-Fuß Messung). Somit wurden zu drei Messzeitpunkten sowie für beide Konfigurationen 6 Bioimpedanzanalysen pro Proband*in erhoben. Analysiert wurden insbesondere die intra- und extrazellulären Widerstände für die unteren Extremitäten und für die obere Körperhälfte, die intra- und extrazellulären Flüssigkeiten, das Gesamtkörperwasser sowie der absolute und relative Volumenüberschuss. Parallel dazu wurde auch der intraabdominelle Druck (IAP) nach der Steighöhenmethode von Durand zu den erwähnten drei Messzeitpunkten ermittelt. Das Netto-Ultrafiltrationsvolumen wurde am Ende des PET übernommen.



Ergebnisse: Die Analyse basiert auf vollständigen Datensätzen von 18 Patient*innen (56 ± 15 Jahre, 76 ± 21 kg, body mass index 26,4 ± 7 kg/m², 13 Männer). Nach einer mittleren Liegedauer von jeweils 17, 77 und 155 Minuten nahm der absolute Volumenüberschuss paradoxerweise trotz Instillation von 2 Litern Dialysatlösung von anfangs 1,6 ± 1,3 L bei leerer Bauchhöhle auf 1,2 ± 1,5 L bei gefüllter Bauchhöhle mit einer Verweilzeit von 18 Minuten schlussendlich auf 1,0 ± 1,4 L nach einer Verweilzeit von 96 Minuten kontinuierlich ab.

Im gleichen Zeitraum stieg der extrazelluläre Widerstand der unteren Extremität signifikant von 238 ± 57 bei der ersten Messung auf 254 ± 62 Ohm und anschließend auf 264 ± 67 Ohm an. Dieser Anstieg erfolgte umso langsamer, je höher der body mass index und je höher der IAP, korrelierte jedoch nicht mit dem Netto-Ultrafiltrationsvolumen.



Schlussfolgerung: Der langsame aber fortlaufende Anstieg des extrazellulären Widerstands in der unteren Extremität ist auf Abnahme extrazellulärer Flüssigkeit in diesem Bereich zurückzuführen. Flüssigkeitsverschiebungen aus den unteren Extremitäten können bei liegenden PD-Patienten bis zu 2 Stunden dauern, insbesondere bei hohem body mass index und IAP aufgrund venöser Stauung. Diese Verzögerung kann zu einer Überschätzung des Volumenstatus durch die Ganzkörper Bioimpedanzanalyse führen. In der klinischen Praxis empfiehlt es sich, auf ausreichende Liegedauer der Patient*innen zu achten wenn eine möglichst genaue Volumeineinschätzung mittels Ganzkörper Bioimpedanz Messung erfolgen soll.

 
 Peritonealdialyse; Bioimpedanzanalyse; Wasserhaushalt; Überwässerung; Flüssigkeitsverschiebung, venöse Stauung, intraabdomineller Druck, intraperitonealer Druck  
 
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Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Pütün, Ezgi
Betreuende Einrichtung / Studium
  Universitätsklinik für Innere Medizin
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Ribitsch, Werner; Priv.-Doz. Dr.med.univ.
  Schneditz, Daniel; Ao.Univ.-Prof. Dr.phil.