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Medizinische Universität Graz    

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Bibliografische Informationen
 Analyse laparoskopischer Roux-en-Y-Magenbypass Operationsvideos mittels GOALS-Score und Triplet-Annotationen  
 Hintergrund

Adipositas ist eine chronische Erkrankung mit steigender globaler Prävalenz und zahlreichen assoziierten Komorbiditäten. Der laparoskopische Roux-en-Y-Magenbypass (LRYGB) zählt zu den häufigsten metabolisch-bariatrischen Eingriffen und ermöglicht eine substanzielle und langfristig stabile Gewichtsreduktion. Die Sicherheit des Eingriffs ist maßgeblich von der chirurgischen Kompetenz abhängig. Zur strukturierten Erfassung intraoperativer Fähigkeiten wurde der Global Operative Assessment of Laparoscopic Skills (GOALS) Score eingeführt. Die Annotation von Operationsvideos mit chirurgischen Action-Triplets der Form Instrument, Verb, Zielstruktur ermöglicht eine feingranulare, objektive Beschreibung intraoperativer Handlungssequenzen.



Zielsetzung

Ziel der Arbeit war die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen objektiven Workflow-Daten in Form von Action-Triplet-Annotationen und der subjektiven Skill-Bewertung mittels modifiziertem GOALS-Score in drei Hauptphasen des LRYGB.



Methoden

Der Analyse lag ein retrospektiver, multizentrischer Datensatz von 42 LRYGB-Videos aus vier bariatrischen Zentren in der Schweiz und Frankreich zugrunde. Die Videos wurden auf der Plattform MOSaiC mit Triplets, Phasen und GOALS-Score annotiert. Die Skill-Bewertung erfolgte anhand einer modifizierten GOALS-Version mit vier Dimensionen (Skala 0-4), verblindet gegenüber den Triplet-Annotationen. Die statistische Auswertung umfasste deskriptive Analysen, Score-stratifizierte Boxplots der Triplet-Variabilität, Präsenzratenanalysen sowie Pearson-Korrelationsanalysen zwischen Triplet-Merkmalen und GOALS-Scores. Für die am stärksten assoziierten Triplets pro Dimension wurde zusätzlich eine temporale Analyse der Aktionsdauern durchgeführt.



Ergebnisse

Die Score-Verteilung zeigte eine ausgeprägte Konzentration im mittleren Bereich: 89% der 476 bewerteten Phasen erhielten Score 2 oder 3. Höher gescorte Phasen waren mit einer geringeren Triplet-Variabilität assoziiert. Die Präsenz von grasp/retract-Triplets nahm mit steigendem Score für Depth Perception am deutlichsten ab. Den stärksten negativen Zusammenhang zeigte das Triplet Irrigator-aspirator, aspirate, fluid mit Tissue Handling (r = - 0,370). Die temporale Analyse ergab über alle Dimensionen, dass höhere Scores mit einer längeren und konsistenteren Ausführungsdauer der am stärksten assoziierten Triplets verbunden waren.



Schlussfolgerungen

Triplet-basierte Workflow-Muster und GOALS-Scores sind nicht unabhängig voneinander. Die schwachen bis moderaten Zusammenhänge sind vor dem Hintergrund einer homogenen Fachärzt*innen-Population und einem damit verbundenen Ceiling-Effekt zu interpretieren. Die Befunde deuten darauf hin, dass höherer Skill-Level mit einem fokussierteren Aktionsrepertoire und längerer, konsistenterer Ausführung relevanter Triplets assoziiert ist. Triplet-basierte Merkmale könnten subjektive Bewertungsinstrumente perspektivisch sinnvoll ergänzen und eine Grundlage für automatisierbare Verfahren des Skill-Assessments bilden. Weiterführende Studien mit heterogeneren Populationen und größeren Fallzahlen sind erforderlich.

 
 Roux-en-Y-Magenbypass, Videoanalyse, Surgical-Action-Triplets  
 
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Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Heitzinger, Franziska Andrea Monika
Betreuende Einrichtung / Studium
  Universitätsklinik für Chirurgie
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Hau, Hans-Michael; Ass.-Prof. Dr.med.habil
  Poljo, Adisa; Dr. med. Dr. med. univ.