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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
ECPR – Extrakorporale Reanimation bei Herz-Kreislauf-Stillstand: Eine Literaturübersicht und Bewertung der Umsetzbarkeit eines ECPR-Programms in Graz
Kurzfassung
Der plötzliche Atem-Kreislauf-Stillstand stellt eine der häufigsten Todesursachen weltweit dar und ist trotz etablierter Reanimationsleitlinien mit einer hohen Mortalität und oft schlechten neurologischen Outcomes verbunden. Die konventionelle kardiopulmonale Reanimation ist in vielen Fällen nicht ausreichend, um eine adäquate Organperfusion langfristig aufrechtzuerhalten. Vor diesem Hintergrund hat sich die extrakorporale Reanimation (ECPR) als potenzielle Erweiterung des Advanced Life Support etabliert. Durch den Einsatz einer extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) kann eine suffiziente Oxygenierung und Zirkulation sichergestellt werden, wodurch sich neue therapeutische Möglichkeiten ergeben. Ziel dieser Arbeit ist es, die aktuelle Evidenzlage zur ECPR systematisch darzustellen und auf dieser Grundlage die Umsetzbarkeit eines ECPR-Programms für den Standort Graz zu evaluieren. Im Rahmen einer umfassenden Literaturübersicht wurden zentrale Aspekte wie
Prävalenz und Patient*innenselektion, prognostische Outcome-Faktoren, physiologische Parameter während der Reanimation sowie kurz- und langfristige Überlebensraten analysiert. Darüber hinaus wurden organisatorische, ökonomische und strukturelle Voraussetzungen für die Implementierung eines präklinischen ECPR-Programms untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass ECPR bei streng selektionierten Patient*innen mit potenziell reversibler Ursache des Kreislaufstillstands einen Überlebensvorteil bieten kann. Entscheidende Einflussfaktoren sind insbesondere die Dauer der „low-flow“-Phase, der initiale Herzrhythmus, das Alter sowie präklinische Bedingungen wie eine rasche
Laienreanimation. Gleichzeitig ist die derzeitige Evidenz durch eine hohe Heterogenität der Studien, kleine Fallzahlen und methodische Limitationen eingeschränkt. Randomisierte kontrollierte Studien liefern bislang keine konsistent signifikanten Vorteile gegenüber der konventionellen Reanimation.
Für den Standort Graz zeigt die Analyse, dass die Implementierung eines ECPR-
Programms grundsätzlich möglich erscheint, da sowohl infrastrukturelle als auch personelle Ressourcen in Ansätzen vorhanden sind. Allerdings bestehen derzeit keine standardisierten Abläufe oder zentralen Datenerhebungen, was eine strukturierte Umsetzung erschwert. Die potenziellen Fallzahlen sind im internationalen Vergleich gering, wodurch eine Bündelung von Expertise und Ressourcen erforderlich wäre. Besondere Herausforderungen ergeben sich im Bereich der präklinischen Logistik, der interdisziplinären Koordination sowie der zeitkritischen Durchführung. Zusammenfassend stellt die ECPR ein innovatives, jedoch hochkomplexes Therapieverfahren dar, dessen Erfolg maßgeblich von strukturellen Rahmenbedingungen und einer präzisen Patient*innenselektion abhängt. Für Graz erscheint eine schrittweise Implementierung mit begleitender Evaluation sinnvoll, um die Effektivität unter lokalen Bedingungen zu prüfen. Weitere qualitativ hochwertige Studien sind notwendig, um die Rolle der ECPR im Gesamtkonzept der Reanimation abschließend zu definieren.
Schlagwörter
ECPR; ECMO; extrakorporale Reanimation
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Hahn, Martin
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Sommerauer, Florian; Univ. FA Dr.med.univ.
Mitbetreuer*in (intern)
Rief, Martin; Univ. OA Priv.-Doz. Dr.med.univ. Dr.scient.med.
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